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Gütersloh, 05.05.2009

25 Jahre Stadtbibliothek Gütersloh

Modellbibliothek: Im Zentrum stehen die Kunden und Leser

Gebäude der Stadtbibliothek Gütersloh GmbH.
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Die Stadtbibliothek in Gütersloh wird 25 Jahre alt.

Am 4. Mai 1984 wurde die Stadtbibliothek Gütersloh GmbH feierlich eröffnet. Mit Unterstützung der Bertelsmann Stiftung hat die Bibliothek seit diesem Zeitpunkt die internationale bibliothekarische Entwicklung aktiv mitgestaltet. Im Laufe der Jahre hat sich die Modellbibliothek zeitgerecht immer wieder erweitert. Vier neue Bereiche wurden aufgebaut: Computer-, Eltern- und Jugendbibliothek sowie die Abteilung Generation Plus. Heute werden Medien zum Download zur Verfügung gestellt, und per E-Mail werden die Nutzer der Bibliothek an den Ablauf ihrer Leihfristen erinnert. Kulturelle und gesellschaftliche Entwicklungen stellen aber auch die Stadtbibliothek Gütersloh vor neue Herausforderungen. Ihr Jubiläum feiert die Bibliothek deshalb mit einer Fachtagung zur "Zukunft der öffentlichen Bibliotheken", bei der Liz Mohn, stellvertretende Vorsitzende des Vorstands der Bertelsmann Stiftung, ein Grußwort halten wird.

Chronik der Stadtbibliothek Gütersloh GmbH

1977-1979: Konzeption und Gründung
Im Jahr 1977 schlägt der damalige Stadtdirektor der Stadt Gütersloh, Dr. Gerd Wixforth, dem Vorstandsvorsitzenden der Bertelsmann AG, Reinhard Mohn, den Bau einer neuen modellhaften Bibliothek für Gütersloh vor. Dieser Vorschlag wird von Reinhard Mohn gerne angenommen. Im März 1979 tauschen sich Experten in einer öffentlichen Anhörung darüber aus, wie eine moderne Bibliothek beschaffen sein müsste. In Skandinavien besuchen Vertreter der Stadt und von Bertelsmann beispielhafte Bibliotheken. Die hier gewonnenen Erkenntnisse und Erfahrungen fließen in ein Konzept ein, das im September 1979 vom Rat der Stadt verabschiedet wird.

Bereits am 25. Juni 1979 unterzeichnen die Stadt Gütersloh und die Bertelsmann AG den Gesellschaftsvertrag zur Gründung der "Stadtbibliothek Gütersloh GmbH". Die Stadt ist mit 51 Prozent, die Bertelsmann AG mit 49 Prozent des Stammkapitals an dieser gemeinnützigen Gesellschaft beteiligt. Drei Jahre später, am 26. Juni 1982, wird der Anteil der Bertelsmann AG auf die Bertelsmann Stiftung übertragen, die bis heute Gesellschafterin ist. Zu den ersten Geschäftsführern werden Günter Ochs (Stadt Gütersloh) und Konrad H. Teckentrup (Bertelsmann AG) ernannt. Deren Nachfolgerin wird im Jahr 1981 Ute Klaassen, die bereits am 1. Oktober 1980 ihre Stelle als Bibliotheksdirektorin angetreten hatte. Sie bleibt bis 1997 Geschäftsführerin der Stadtbibliothek.

1980-1984: Planungs- und Bauphase
Der Neubau der Stadtbibliothek soll auch städtebauliche Akzente setzen. Als Bauplatz wird das sogenannte "Südloch" ausgewiesen - ein Parkplatz zwischen Blessenstätte und Domhof in unmittelbarer Nähe des historischen Stadtkerns. Im August 1980 wird in regionalen Zeitungen und in Fachzeitschriften zu einem Architektenwettbewerb aufgerufen. Aus 55 eingereichten Entwürfen entscheidet sich das Preisgericht im Januar 1981 für die Konzeption des Architekturbüros Geller + Müller mit Peter Friedeberg aus Euskirchen. Im April werden dem Beirat der Stadtbibliothek sowie dem Bau-, Planungs- und Kulturausschuss der Stadt Gütersloh die fünf besten Entwürfe präsentiert. Der Rat der Stadt Gütersloh beschließt im Mai, den Gesellschaftern die Realisierung des Konzepts von Peter Friedeberg zu empfehlen.
Anfang des Jahres 1982 wird der Erbbaurechtsvertrag zwischen der Stadt Gütersloh und der Stadtbibliothek Gütersloh GmbH unterzeichnet; Ende Februar beginnen die Ausschachtungsarbeiten. Im folgenden Monat wird der Bauantrag genehmigt, so dass Anfang April mit den Rohbauarbeiten begonnen werden kann. Die Bauarbeiten werden von der Zentralen Bauabteilung der Bertelsmann AG betreut und koordiniert. Bereits am 16. Dezember 1982 kann das Richtfest gefeiert werden. Bis zur endgültigen Fertigstellung sollte es aber noch ein Jahr dauern. Am 22. Dezember 1983 wird der Neubau der Stadtbibliothek Gütersloh GmbH übergeben.

1984: Eröffnung
Ende 1983 ist der Bibliotheksneubau fertiggestellt. Im Januar 1984 wird mit dem Umzug aus dem alten Gebäude der Bibliothek an der Schulstraße in den Neubau begonnen. Im März 1984 kann das Gebäude der früheren Stadtbücherei an die Stadt Gütersloh zurückgegeben werden. Verfügte die alte Stadtbücherei noch über 70.000 Medieneinheiten, so ging die neue Stadtbibliothek am 3. Mai mit 100.000 Medieneinheiten - Büchern, Schallplatten und Kassetten, Videos, Dias, Bildern und Spielen - an den Start. An diesem Tag wird das neue Bibliotheksgebäude mit einem Festakt feierlich eröffnet. Hauptredner ist der nordrhein-westfälische Kultusminister Hans Schwier, der nicht nur die Schönheit des Gebäudes, sondern vor allem die damals noch seltene Zusammenarbeit zwischen einer privater Stiftung und einer Kommune als wegweisendes Modell hervorhebt.

Am 4. und 5. Mai wird die Bibliothek mit Tagen der Offenen Tür und einem bunten Programm der Bevölkerung vorgestellt. 20.000 Gütersloher möchten an diesen Tagen "ihre" Bibliothek kennenlernen. Etwa die gleiche Anzahl an Bürgern, nämlich 21.672, lässt sich noch in diesem Jahr einen Benutzerausweis ausstellen und leiht sich beinahe 450.000 Medien aus.

1985-1994: Das Konzept wird umgesetzt
Das Bibliotheksgebäude zeichnet sich durch eine helle und transparente Raumgestaltung aus. Die aufgelockerte Präsentation der Bücher und das Lesecafé als zentraler Ort laden zum Schmökern, Stöbern und Verweilen ein. Doch damit hat sich das Konzept längst nicht erschöpft. Denn die Bibliothek will möglichst wirtschaftlich und benutzerorientiert arbeiten. Deshalb wird in den folgenden Jahren systematisch ein Berichtswesen aufgebaut und stetig verbessert. Ab Januar 1992 nimmt die Stadtbibliothek am Projekt der Bertelsmann Stiftung "Betriebsvergleich an Öffentlichen Bibliotheken" teil, um sich mit anderen Bibliotheken zu messen und stets auf der Höhe der Zeit zu bleiben. Von Anfang an arbeitet die Bibliothek mit einem vollelektronischen Verbuchungssystem. All das macht die Stadtbibliothek zu einem lohnenden Reiseziel für das nationale und internationale Fachpublikum, das Gütersloh in den ersten Jahren beinahe täglich besucht. Die Dalkestadt gilt schon bald als "Mekka der Bibliothekare", wird Anziehungspunkt für Autoren wie Lew Kopelew, Walter Kempowski oder Utta Danella, 1989 zum Tagungsort des Bundesbildungsministeriums und Veranstaltungsort für unzählige größere und kleinere kulturelle Veranstaltungen.

Um den Kundenwünschen gerecht zu werden, können ab März 1986 erstmals Videofilme ausgeliehen werden. Im Jahr 1993 wird die Kinderbibliothek für diese wichtige Zielgruppe noch attraktiver gestaltet und kann im Februar 1994, drei Monate vor den Feierlichkeiten zum zehnjährigen Jubiläum, wiedereröffnet werden.

Das Konzept der Stadtbibliothek geht voll auf: 1993 besitzt beinahe ein Viertel der Gütersloher Bevölkerung einen Ausweis ihrer Bibliothek und leiht sich 584.179 Medien aus. Die alte Stadtbücherei hatte nur etwa 2.500 registrierte Nutzer.

1995-2009: Weiterentwicklung
Die schwierige kommunale Haushaltslage geht auch an der Stadtbibliothek nicht spurlos vorbei. Die Geschäftsführung sieht sich gezwungen, ab April 1996 eine Jahresgebühr zu erheben. Dennoch wenden sich die Bürger nicht von ihrer Bibliothek ab. Denn am 15. November 1996 wird mit Unterstützung der Bertelsmann Stiftung ein Internet-Café mit acht Computerplätzen eröffnet, das zu einem Besuchermagneten wird. Im Mai 1997 werden erstmals CD-ROMs zur Ausleihe angeboten. Das Medienangebot wird ständig überarbeitet und seiner Zeit angepasst.

Überhaupt stehen die 1990er Jahre ganz im Zeichen der elektronischen Medien. Anfang 1998 erhält die Stadtbibliothek eine eigene Internetseite, über die auch auf den Katalog der Bibliothek zugegriffen werden kann. Im Jahr 2005 wird das Internetangebot aktualisiert und die Darstellung modernisiert. Am 15. August 1999 eröffnet eine Computerbibliothek mit neun Computerarbeitsplätzen und umfangreicher Software-Ausstattung, die der zunehmenden Bedeutung dieses Mediums Rechnung trägt. Seit 2003 beteiligt sich die Stadtbibliothek an dem von der Bertelsmann Stiftung geförderten Projekt "Deutsche Internetbibliothek".

Diese Konzepte sind Ausdruck des Willens zu einer steten Weiterentwicklung. Seit 1996 versuchen Stadtbibliothek und Bertelsmann Stiftung mit dem Projekt "Weiterentwicklung von Konzeption und Angebot" stets auf der Höhe der Zeit zu bleiben und neue Konzepte auszuarbeiten. So wird etwa im Januar 1998 eine Elternbibliothek eröffnet und damit eine neue Zielgruppe definiert und erschlossen. Von Anfang an sind Kinder und Jugendliche eine wichtige Zielgruppe. Die Stadtbibliothek beteiligt sich deshalb seit September 2003 am Projekt "Medienpartner Bibliothek und Schule", das ebenfalls von der Bertelsmann Stiftung und dem Land NRW getragen wird. Gestützt wird diese Arbeit auch dadurch, dass die Stadtbibliothek seit 2004 die Arbeit von neun statt bis dahin drei Schulbibliotheken betreut. Im gleichen Jahr wird die Jugendbibliothek den Bedürfnissen dieser Zielgruppe entsprechend umgestaltet und im November zur Benutzung freigegeben. Doch auch die älteren Leser kommen nicht zu kurz. Im Jahr 2006 öffnet der Bereich Generation Plus im ersten Obergeschoss, der ganz den Bedürfnissen dieser Leserschaft angepasst ist. Eine Renovierung des Erdgeschosses wurde bereits 1999 abgeschlossen und das Stockwerk im Februar mit 500 Gästen neu eröffnet.


Ansprechpartner
Henke2 Andreas Henke
Telefon:
+49 5241 81-81129
Ansprechpartner
Porträt Bettina Windau Bettina Windau
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