Reinhard Mohn - Würdigung in Politik und Öffentlichkeit
Der Tod von Reinhard Mohn am vergangenen Wochenende hat zu zahlreichen Reaktionen aus Politik, Wirtschaft und Öffentlichkeit geführt. Im Mittelpunkt der Würdigungen steht sein Lebenswerk als erfolgreicher Unternehmer und als engagierter Stifter. Geschätzt wird seine Bereitschaft, neue Wege zu beschreiten und auch visionäre Ideen in die Praxis umzusetzen.
Angela Merkel zum Tod von Reinhard Mohn
Bundeskanzlerin Angela Merkel hat den verstorbenen Bertelsmanns-Patriarchen als eine herausragende Unternehmerpersönlichkeit gewürdigt.
Mohn habe eine Weltmarke geschaffen und die Bundesrepublik in den vergangenen Jahrzehnten mit geprägt, sagte Merkel.
In einem persönlichen Gespräch werde die Kanzlerin der Witwe Liz Mohn ihr Mitgefühl und ihre Trauer ausdrücken, kündigte der stellvertretende Regierungssprecher Thomas Steg an.
Kondolenz zum Tod von Reinhard Mohn
Kulturstaatsminister Bernd Neumann hat - auch im Namen der Bundeskanzlerin - zum Tod von Reinhard Mohn kondoliert. Der Verleger Reinhard Mohn, Gründer und langjähriger Chef des Bertelsmann-Konzerns, war am vergangenen Samstag im Alter von 88 Jahren gestorben.
"Reinhard Mohn hat seinen legendären unternehmerischen Erfolg als Medienunternehmer immer mit einem vorbildlichen gesellschaftlichen, kulturellen und sozialen Engagement verbunden.
Sein herausragendes Lebenswerk wird in der von ihm gegründeten Bertelsmann-Stiftung fortwirken. Wir trauern um eine großartige Persönlichkeit, die einen herausragenden Beitrag zum wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Aufbau der Bundesrepublik geleistet hat."
Nordrhein-Westfalen trauert um den großen Unternehmer Reinhard Mohn
Zum Tod von Reinhard Mohn erklärt Ministerpräsident Jürgen Rüttgers:
"Reinhard Mohn war ein großer Unternehmer. Er war auch ein großer Mann. Nordrhein-Westfalen hat ihm viel zu verdanken. Aus kleinen Anfängen hat er eines der größten Medienunternehmen der Welt aufgebaut. Er hat vielen Menschen Arbeit und Auskommen gegeben. Reinhard Mohn war aber auch ein Visionär. Ihm waren nicht Aktienkurse wichtig, sondern seine Mitarbeiter. Er wollte ein Unternehmen leiten, das jeden Mitarbeiter mit seinen Fähigkeiten ernst nahm. Er hat die Bertelsmann Stiftung gegründet, die neue Ideen für eine bessere Gesellschaft begründete. Wir werden Reinhard Mohn in dankbarer Erinnerung halten."
Westerwelle zum Tod von Reinhard Mohn
Der FDP-Partei- und -Fraktionsvorsitzende Dr. Guido Westerwelle erklärt zum Tod von Reinhard Mohn:
"Mit Reinhard Mohn verliert Deutschland eine prägende Verleger-Persönlichkeit und einen großartigen Unternehmer, der Außerordentliches für den gesellschaftspolitischen Zusammenhalt unseres Landes getan hat. Reinhard Mohn bleibt ein Beispiel für den inneren Zusammenhang von unternehmerischem Erfolg und gesellschaftlicher Verantwortung.
Unsere Gedanken und unser Mitgefühl sind bei seiner Familie, besonders bei seiner Frau und seinen Kindern."
EKD-Ratsvorsitzender würdigt Bertelsmann-Gründer
Zum Tode des im Alter von 88 Jahren verstorbenen Unternehmers und Stifters Reinhard Mohn erklärt der Vorsitzende des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Bischof Wolfgang Huber: "Reinhard Mohn hat wie wenige andere zeit seines Lebens die Tugenden des 'ehrbaren Kaufmanns' und damit verantwortungsvolles Unternehmertum verkörpert, das von christlichen Werten geleitet ist. 'Eigentum verpflichtet' - dieser Überzeugung war und blieb er treu, so wie er einen 'Leistungsbeitrag für die Gesellschaft' zu den unabdingbaren Zielen seines Unternehmens zählte. Die von ihm gegründete und lange Jahre geführte Bertelsmann Stiftung setzt dies um, indem sie Erträge des Unternehmens in gemeinwohlorientierte Projekte investiert. Dabei nehmen Fragen der geistigen Orientierung und der Zukunft von Religion und Glauben einen wichtigen Rang ein. Reinhard Mohn legte die Grundlage dafür, dass aus einem christlichen Verlag in Gütersloh das größte Medienunternehmen Europas entstehen konnte. Dabei hatte er stets die Menschen im Blick: wollte motivieren und Kreativität freisetzen durch Vertrauen in die Fähigkeiten seiner Mitarbeitenden und die Schaffung von Freiräumen für eigenverantwortliche Entscheidungen. Ich bin dankbar für die persönlichen Begegnungen mit Reinhard Mohn und werde ihn als eindrucksvolle Persönlichkeit in Erinnerung behalten."
Zeitschriftenverleger trauern um Reinhard Mohn
VDZ-Präsident Prof. Dr. Hubert Burda sagte: "Reinhard Mohn war einer der modernsten Unternehmer der Nachkriegszeit. Wie wenige verknüpfte er unternehmerischen Erfolg mit sozialer Verantwortung und hatte großen Anteil am ideellen Wiederaufbau unserer Nachkriegsdemokratie. Wir sind ihm zu großem Dank verpflichtet."
Bürgermeisterin Maria Unger
"Die Stadt Gütersloh trauert um ihren Sohn und Ehrenbürger Reinhard Mohn. Seine herausragenden Erfolge als Unternehmer und seine bedeutenden gesellschaftspolitischen Ideen und Impulse haben nicht nur Gütersloh und die Region geprägt, sondern das Land und die Welt mit gestaltet.
Unvergessen bleibt Reinhard Mohn nicht nur als Unternehmer und Denker, sondern auch als Mensch, dem das Gemeinwesen so viel bedeutete und der sich in vorbildlicher Weise sozial engagierte. So hat Reinhard Mohn auch die Entwicklung der Stadt Gütersloh als Stifter und Schenker maßgeblich und beispielhaft unterstützt. Er hat Denkanstöße für das Zusammenleben der Menschen gegeben und geholfen, diese konsequent umzusetzen.
Wir, die Bürger und Bürgerinnen der Stadt, haben Reinhard Mohn unendlich viel zu verdanken und werden ihn immer in Erinnerung behalten. Wir fühlen mit seiner Frau, seinen Kindern und ihren Familien."
Ansprechpartner
Bücher von Reinhard Mohn
Publikation
Von der Welt lernen
Wie kaum ein anderer Unternehmer hat sich Reinhard Mohn mit den politischen und kulturellen Veränderungen der zurückliegenden Jahrzehnte kritisch auseinandergesetzt. Erstmals stellt er in seinem Buch die Entwicklung seines unternehmerischen Handelns in den Zusammenhang mit wegweisenden persönlichen Erlebnissen.
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