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Pressemeldung
Berlin, 31.01.2002

"Auf Worte folgen Taten" - bundesweiter Wettbewerb zur Integration von Zuwanderern gestartet

Gemeinsam mit prominenten Botschaftern hat Bundespräsident Johannes Rau im Berliner Schloss Bellevue den "Wettbewerb zur Integration von Zuwanderern" gestartet. Der Wettbewerb, der unter der Mitwirkung der Bertelsmann Stiftung stattfindet, steht unter dem Motto "Auf Worte folgen Taten". "Deutschland ist ein Land, in dem es Einwanderung und Zuwanderung gab, gibt und geben wird. Und weil das so ist, ist Integration das Gebot der Stunde: Wer zu uns kommt, der soll nicht nur hier sein, der soll auch dazugehören. Und er soll wissen und fühlen, dass er dazugehört", sagte Bundespräsident Johannes Rau.

Unterstützt wurde der Bundespräsident von prominenten Botschaftern: der Popgruppe Bro'Sis, dem Sportler Dr. Wladimir Klitschko und den Schauspielern Miroslav Nemec und Erol Sander. "Es sind allesamt Menschen, die etwas von der Idee verkörpern, die hinter dem Wettbewerb steht. Menschen, deren Hintergrund und Wurzeln andere Kulturen bestimmen - und die doch in Deutschland heimisch geworden und in der Mitte der Gesellschaft angekommen sind", sagte der Bundespräsident.

Integration bedeute nicht Entwurzelung und gesichtslose Assimilation derer, die in den vergangenen Jahren neu nach Deutschland gekommen sind. Integration meine vielmehr die Bindung an gemeinsame Werte, die Ermöglichung gemeinsamer Erfahrungen, die Entwicklung einer gemeinsamen Geschichte. "Wir werden ganz unterschiedliche Menschen mit unterschiedlichen Wurzeln bleiben - aber die gemeinsame Zukunft muss Stück für Stück wichtiger werden als die unterschiedliche Herkunft."

"Integration ist nicht nur Sache des Staates und seiner Einrichtungen. Integration ist eine Sache der ganzen Gesellschaft. Die Integration und die Förderung von Integration sind gesellschaftspolitische Aufgaben allererster Ordnung. Integration braucht langen Atem und Geduld. Sie braucht die Offenheit der angestammten Bevölkerung. Genauso braucht sie aber die Bereitschaft und die Anstrengung der neu Dazukommenden", sagte Bundespräsident Rau.

"Ich möchte mit dem Wettbewerb alle die ermutigen, die etwas für das gute Zusammenleben von Menschen unterschiedlicher Herkunft tun. Da engagieren sich Einheimische und Zuwanderer - vor Ort, an der Basis, da, wo das Leben konkret ist. Sie tun das in Schulen, in Sportvereinen, in Kirchengemeinden, in Betrieben. Ich möchte die besten Beispiele für gelungenes Engagement herausstellen - und dadurch andere zur Nachahmung anregen. Menschen, die in Ingolstadt auf die Idee kommen, etwas in Angriff zu nehmen, könnten dann aus einem Beispiel aus Stralsund lernen - und umgekehrt. Ich möchte vor allem der Öffentlichkeit deutlich werden lassen, wie viel Engagement es in Deutschland auf diesem Feld gibt", erläuterte der Bundespräsident die Ziele des Wettbewerbes.

"Ich weiß, dass es auch viele Initiativen gibt, die sich gegen Fremdenfeindlichkeit wenden, gegen Antisemitismus, gegen Rassismus und Rechtsextremismus. Solches Engagement ist wichtig. Zu diesem "Gegen" muss aber auch das "Für" kommen - sonst fehlt eine Hälfte. Also brauchen wir Engagement für Integration, für gemeinsame Grundwerte, für wechselseitigen Respekt, für Toleranz. Dieses "Dafür" möchte der Wettbewerb fördern und öffentlich sichtbar machen."

"Ich hoffe, dass sich möglichst weit herumspricht, was hier heute hier starten, dass möglichst viele beim Wettbewerb mitmachen - und dass man sieht: In Deutschland tut sich eine ganze Menge - gegen Ausgrenzung und für Integration und friedliches Zusammenleben", sagte Bundespräsident Rau.


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