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Gütersloh, 20.10.2009

Von Obama gelernt?

Web 2.0 und Internet im Bundestagswahlkampf 2009 - Chance und Risiko neuer Kommunikationstools für die Politik

Diskussionsrunde am 14. Oktober 2009 im Rahmen der Frankfurter Buchmesse
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Diskussionsrunde "Von Obama gelernt?" der Bertelsmann Stiftung bei der Frankfurter Buchmesse.

Der Bundestagswahl ist vorbei - Zeit für eine Bilanz: Welche Rolle haben im Bundestagswahlkampf neue Dialogformate im Internet gespielt? Und: Ist die Politik auch über den Wahltag hinaus bereit, sich der neuen Kommunikations-Tools zu bedienen und den permanenten Dialog mit den Bürgern zu führen? Spielen die "neuen" Medien Internet und Web 2.0 eine wachsende Rolle in der alltäglichen Politik oder dienen sie allein der Mobilisierung in Wahlkämpfen?

Das waren die Themen einer Diskussionsrunde am 14. Oktober 2009 im Rahmen der Frankfurter Buchmesse. Als Hintergrund diente das Buch der Bertelsmann Stiftung "Lernen von Obama? Das Internet als Ressource und Risiko für die Politik". Darin untersuchte die Bertelsmann Stiftung die erfolgreiche Kampagne des neuen US-Präsidenten Barack Obama.

In der Podiumsdiskussion mit Joachim Widmann, Chefredakteur des DDP, Stefan Gehrke, Geschäftsführer von Politik Digital, und dem ehemaligen Mitarbeiter der Bertelsmann Stiftung und Mitautor des Buches, Leonard Novy, wurde darüber gesprochen, warum die deutschen Parteien trotz ihrer Ankündigung, das Internet stärker im Wahlkampf zu nutzen, keine vergleichbaren Kampagnen zustande gebracht haben, wie Obama. Stefan Gehrke bilanzierte: "Das Internet hatte keine relevanten Auswirkungen auf das Ergebnis der Bundestagswahlen, weil vor allem Techniken kopiert und halbherzig umgesetzt worden sind." Dem stimmten Novy und Widmann zu. Die Chance zum Dialog mit den Wählern sei nicht wirklich genutzt worden, so Novy.

Die Podiumsteilnehmer waren sich einig darin, dass die Parteien die sozialen Netzwerke, die sie aufgebaut haben, weiter pflegen und entwickeln müssten. Hier bestehe hohes Potenzial, langfristig Wähler zu binden und die Bürger direkter und zielgerichteter anzusprechen. Leonard Novy wies darauf hin, dass sich die Bedingungen im amerikanischen Wahlkampf hinsichtlich Mittelausstattung, aber auch Ernsthaftigkeit des Einsatzes von Web 2.0 Tools, deutlich vom deutschen Wahlkampf unterscheiden, aber letztlich überall die Menschen dazu bewegt werden müssen, ihre Aktivitäten aus dem Internet in die reale Welt zu tragen. Auch Joachim Widmann sah in diesem Bundestagswahlkampf nichts wirklich substantiell Neues. "Die Reichweite und Bedeutung des Mediums hinsichtlich Informationen und Nachrichten wird in Deutschland deutlich überschätzt", so seine Überzeugung.

Auch in Zukunft wird die Selbstorganisation und Information z. B. über Blogs und Communitys nicht die Arbeit von Journalisten verdrängen und auch die Inszenierung von Politik werde durch den Anschein von Unmittelbarkeit in der Web 2.0-Welt nicht geringer, nur schwieriger erkennbar. Einig waren sich die Podiumsteilnehmer darin, dass Internet und Web 2.0 in der Zukunft der politischen Kommunikation eine wichtige Rolle spielen wird und alle politischen Akteure sich damit ernsthafter auseinandersetzen müssen. Politik müsse responsiver werden und sich auf Kontrollverlust durch Transparenz und Dialog einlassen, wenn sie erfolgreich sein wolle.


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Cover: Lernen von Obama?

Lernen von Obama?

Spätestens seit Barack Obamas beispiellosem Wahlkampf gilt eine auf Dialog und Glaubwürdigkeit fußende Kommunikation als wesentliche Voraussetzung für politischen Erfolg. Dabei gewinnt das Internet immer mehr an Bedeutung. Das Buch "Lernen von Obama?" widmet sich digitaler politischer Kommunikation und untersucht Chancen und Risiken.

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