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Reinhard Mohn - der Bürger

"Wir müssen den Mut aufbringen, neue Ziele zu definieren!"

Reinhard Mohn mit seinem Rad auf einer Landstrasse
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Reinhard Mohn (2001)
Fotograf: Wolfgang Wesener

Reinhard Mohns Grundsatz lautete: "Wir haben die Freiheit zu handeln. Wir sollten sie nutzen." Dies war für den Menschen und Bürger Reinhard Mohn immer an erster Stelle in seinem Leben und Schaffen. Verantwortung sah er stets als Chance zur Gestaltung.

Reinhard Mohn wurde am 29. Juni 1921 in Gütersloh geboren, machte dort 1939 das Abitur und kam anschließend zum Wehrdienst. Als Leutnant des Afrika-Korps geriet Reinhard Mohn 1943 in amerikanische Gefangenschaft, aus der er 1946 heimkehrte. Seinem Wunsch, Ingenieur zu werden, stand der Wunsch des Vaters entgegen, der Sohn möge in das familieneigene Druck- und Verlagshaus eintreten. Mohn stellte sich der neuen Aufgabe und übernahm die Leitung des Hauses. Damit begann eine der herausragenden und bemerkenswertesten Unternehmerkarrieren im Nachkriegsdeutschland.

In über 40 Jahren beruflichen Engagements führte Reinhard Mohn das mittelständische Druck- und Verlagshaus Bertelsmann in die Spitzengruppe der internationalen Medienunternehmen. Mit Selbstdisziplin und Gestaltungswillen hat Reinhard Mohn auf wirtschaftlichem, führungstechnischem und sozialem Feld Exemplarisches geleistet. Er ließ sich dabei leiten von den in 175-jähriger Familientradition überlieferten Wertvorstellungen, die stets auf das Wohl der Gesellschaft ausgerichtet waren. Er selbst bekannte: "Ethische Kriterien konnten sich immer gegenüber ökonomischen Zielen durchsetzen. Mir scheint, dass die bemerkenswerte wirtschaftliche Stabilität des Hauses Bertelsmann hier ihre Erklärung findet."

Schon als junger Firmenchef hatte sich Reinhard Mohn energisch um die "innere Ordnung" seiner Firma gekümmert. Diese innere Struktur seines Hauses wollte er von den Prinzipien Fairness, Partnerschaft und Gerechtigkeit geprägt wissen. Nicht soziale Utopien waren seine Triebkraft, sondern die Überzeugung, dass der motivierte Mitarbeiter, der sich an seinem Arbeitsplatz im vorgegebenen Rahmen frei entwickeln kann, zufriedener ist und mehr leistet. "Das Wichtigste für Wachstum und Kontinuität eines Unternehmens ist es", so Reinhard Mohn, "dass möglichst viele sich verantwortlich fühlen und an den Entscheidungsprozessen teilnehmen." 

Seine Überzeugungen basieren auf drei Pfeilern: Freiraum für den Einzelnen, materielle Gerechtigkeit und soziale Sicherheit.

1981 gab der engagierte Unternehmer Reinhard Mohn, getreu den von ihm selbst aufgestellten Führungsgrundsätzen, den Vorstandsvorsitz ab und übernahm den Vorsitz im Aufsichtsrat der Bertelsmann AG. Am 29. Juni 1991, seinem 70. Geburtstag, zog er sich auch aus diesem Gremium zurück und widmete sich anschließend als Vorsitzender der Arbeit der Bertelsmann Stiftung. Das Amt des Präsidiumsvorsitzenden übergab er am 1. Oktober 2001 an Dr. Gunter Thielen. Er selbst blieb Mitglied des Gremiums bis zum 31. Dezember 2004.

1981 wurde Reinhard Mohn zum Ehrenbürger der Stadt Gütersloh ernannt, 1994 wurde ihm das Große Verdienstkreuz des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland verliehen, seit 1996 war er Ehrenmitglied im Club of Rome. 1998 wurde er mit dem Großen Bundesverdienstkreuz mit Stern und dem Prinz-von-Asturien-Preis des spanischen Königshauses ausgezeichnet. Im selben Jahr wurde er zum Unternehmer des Jahrhunderts ernannt. 1999 erhielt Reinhard Mohn den Staatspreis des Landes Nordrhein-Westfalen und wurde mit dem Hanns-Martin-Schleyer-Preis sowie dem Spanischen Großkreuz ausgezeichnet. 2000 wurde er mit der Bernhard-Harms-Medaille des Instituts für Wirtschaft und der Jakob-Fugger-Medaille des Verbandes der Bayerischen Zeitungsverleger geehrt. 2001 erhielt er die Ehrendoktorwürde der Universität Münster und 2002 den Zukunftspreis der CDU Sozialausschüsse. 2003 wurde er gemeinsam mit Ehefrau Liz mit dem Teddy-Kollek-Preis geehrt. Die Stadt Alcúdia ernannte ihn im Jahr 2005 zum Ehrenbürger. Schließlich wurde er 2007 in der Kategorie "Lebenswerk" mit dem Deutschen Gründerpreis ausgezeichnet. 

Bereits bei der Verleihung der Ehrenbürgerwürde im Jahr 1981 weist der damalige Stadtdirektor Dr. Gerd Wixforth darauf hin, dass der Einsatz Reinhard Mohns für seine Stadt sich nicht ausschließlich in finanzieller Förderung erschöpfe, sondern dass das persönliche Engagement Mohns entscheidend sei. Beispiele dafür lassen sich in der Gütersloher Geschichte in vielfältiger Form finden.  

Am 3. Oktober 2009 verstarb Reinhard Mohn im Alter von 88 Jahren.


Zitat

"Ich habe das getan, was mir entsprach."
(Reinhard Mohn)

Ehrung
Liz Mohn und Christoph Mohn bei der Aufstellung der Büste von Reinhard Mohn im Stadtmuseum Gütersloh.

Reinhard-Mohn-Büste findet Platz im Stadtmuseum Gütersloh

Das Stadtmuseum Gütersloh möchte einen Beitrag dazu leisten, die Erinnerung an den im vergangenen Jahr verstorbenen Reinhard Mohn lebendig zu halten. Die dortige Dauerausstellung zum Thema "Gütersloh – die Stadt der Stifter und Schenker" wurde um eine Büste Reinhard Mohns bereichert. Liz und Christoph Mohn übergaben die Bronze-Büste als Geschenk an die Bevölkerung der Stadt.

Stadtmuseum Gütersloh
Fotogalerie Reinhard Mohn
Reinhard Mohn in der Bertelsmann Stiftung.

Zur Fotogalerie
Bücher von Reinhard Mohn
Collage mit Publikationen von Reinhard Mohn.

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