Projekte
Kinder früher fördern
4. Forum Kindheit und Jugend
Mehr Transparenz für Frühe Bildung
Das vierte Forum "Kindheit und Jugend" der Bertelsmann Stiftung war Plattform für einen regen Austausch zu "Mehr Transparenz für Frühe Bildung". Rund 60 geladene Gäste der verschiedenen Ebenen - Vertreter aus Länder- und Bundesministerien, Trägerverbänden, Kommunen und der Wissenschaft - diskutierten am 3. und 4. November 2008 in Berlin mögliche Instrumente für eine evidenzbasierte Politik.
Einen hohen Nutzwert und Informationscharakter bescheinigen Stakeholder der frühkindlichen Bildung in Deutschland dem "Länderreport Frühkindliche Bildungssysteme 2008". 75 Prozent der relevanten Akteure in Ministerien, Kommunen und Trägerverbänden gaben an, diesen innerhalb des ersten Quartals nach Erscheinen in ihrer Arbeit eingesetzt zu haben. Der Report stand im Mittelpunkt des ersten Veranstaltungstages. Die Teilnehmer betonten, dass diese erstmalig vorliegende Faktensammlung ihre Argumentationen in politischen Gremien, in der Öffentlichkeitsarbeit und bei Diskussionen mit den verschiedensten Akteuren im Feld fachlich stützt und untermauert.
Jörg Dräger wies zu Beginn des Forums darauf hin, dass die Qualität der in Deutschland vorliegenden Daten eine große Herausforderung darstellt. Insbesondere die Aussagekraft der vorliegenden Finanzdaten aber auch Informationen über den Familienhintergrund von Kindern müssen verbessert werden, um mit Herausforderungen der wachsenden Heterogenität besser umgehen zu können.
Die hohe Wertschätzung und den vielfachen Nutzen des Ländermonitorings bestätigte die von einem externen Evaluationsinstitut durchgeführte Studie: 91,5 % der 130 Befragten aus Ministerien und Verbänden auf Bundes- und Landesebene bewerten den Länderreport mit sehr gut oder gut. Die Weiterführung dieses innovativen Modells der Bildungsberichterstattung findet große Zustimmung. Neben der Aktualisierung der vorhandenen Daten wird derzeit ein Ausbau der Erhebung bis hinunter zur Jugendamtsebene geprüft. Die verfügbare Datenlage und Fragen des Datenschutzes sind dabei zunächst zu klären.
Die Teilnehmer des Forums begrüßten die seltene Gelegenheit, im offenen und konstruktiven Gespräch mit Fachleuten aus verschiedenen administrativen Ebenen Möglichkeiten zu diskutieren, um das Thema Bildungsberichterstattung und das System Frühe Bildung weiter zu entwickeln.
Die Notwendigkeit auf regionaler Ebene mehr verlässliche Daten für zielorientiertes Handeln zu generieren, wurde am zweiten Tag bestätigt. Mit dem kanadischen Atlas of Child Development präsentierte Dr. Paul Kershaw von der University of British Columbia ein Modell, in dem sozialräumliche Daten mit Informationen zum Entwicklungsstand der Kinder verknüpft werden. Auf dieser Grundlage können lokal gezielt Maßnahmen und Programme zur Förderung aller Kinder initiiert werden. Dieser Ansatz und das Vorhaben der Stiftung den Atlas für Deutschland zu adaptieren, weckte großes Interesse bei den anwesenden Vertretern insbesondere auf kommunaler Ebene. Betont wurde, dass mit der Realisierung eines solchen Modells in Deutschland erstmals Kinderdaten mit Daten zum Sozialraum und mit Gesundheitsdaten verknüpft werden und so neue Steuerungsmöglichkeiten für Kommunen geschaffen werden.




