Projekte
Folgekosten unzureichender Bildung
Unzureichende Bildung hat für die Gesellschaft gravierende Folgen und ist langfristig mit erheblichen Kosten verbunden. Diese "Folgekosten unzureichender Bildung" zu berechnen, ist Gegenstand des gleichnamigen Projekts.
ProjektbeschreibungAktuelles
Inklusive Bildung - Fehlanzeige
Nach wie vor ist in vielen Bundesländern inklusive Bildung die Ausnahme. Nur 20 Prozent aller Kinder und Jugendlichen mit besonderem Förderbedarf besuchen einen gemeinsamen Unterricht. Bei den Grundschulen liegt Bremen vorne -- bei den weiterführenden Schulen ist Schleswig-Holstein Spitzenreiter, belegt eine Studie der Bertelsmann Stiftung.
Jugendliche ohne Ausbildung - teuer für die Gesellschaft
Jahr für Jahr starten rund 150.000 junge Menschen ohne Ausbildungsabschluss ins Berufsleben. Wenn es nicht gelingt, diese Zahl zu halbieren, entstehen für die öffentlichen Haushalte Belastungen in Höhe von 1,5 Milliarden Euro pro Altersjahrgang. Das zeigt eine Studie des Wissenschaftszentrums Berlin für Sozialforschung (WZB) im Auftrag der Bertelsmann Stiftung.
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Immer noch zu viele Jugendliche ohne Hauptschulabschluss
Zwar ging die Zahl im Jahr 2009 gegenüber dem Vorjahr um 6.600 Jugendliche leicht zurück, dennoch kann keine Entwarnung gegeben werden. Das zeigen aktuelle Berechnungen der Bertelsmann Stiftung.
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Ausbau von gemeinsamen Unterricht kommt nicht voran
Gemeinsamer Unterricht von Kindern und Jugendlichen mit und ohne sonderpädagogischem Förderbedarf ist in Deutschland noch oft die Ausnahme. Das gilt insbesondere für weiterführende Schulen: Im Bundesdurchschnitt gehen nur knapp 15 Prozent der Schüler mit Förderbedarf (ohne Schwerpunkt geistige Entwicklung) in der Sekundarstufe I auf eine Regelschule - die große Mehrheit besucht separate Förderschulen. Dies zeigt eine Studie der Bertelsmann Stiftung, die der Bildungsforscher Klaus Klemm durchgeführt hat. Er kommt darin zu dem Schluss, dass der Ausbau des so genannten inklusiven Unterrichts, zu dem sich Deutschland in internationalen Abkommen verpflichtet hat, insbesondere an weiterführenden Schulen nur langsam vorankommt.
Sonderauswertung für NRW: Entgangenes Wirtschaftswachstum durch unzureichende Bildung
Nordrhein-Westfalen hat einen im Bundesländervergleich besonders hohen Anteil an so genannten PISA-Risikoschülern, die nur unzureichende Kompetenzen aufweisen. Durch eine Bildungsreform, die diese unzureichende Bildung auf ein Minimum reduziert, könnte das Bruttoinlandsprodukt in NRW allein in den nächsten zehn Jahren um rund 1,9 Milliarden Euro ansteigen. Langfristig könnten die Erträge noch um ein Vielfaches höher ausfallen. Die neue Sonderauswertung für NRW basiert auf einer Studie von Ludger Wößmann und Marc Piopiunik, die 2009 im Auftrag der Bertelsmann Stiftung für ganz Deutschland durchgeführt wurde.
Studie: Bessere Bildung könnte Kriminalität deutlich reduzieren
Bessere Bildung führt zu deutlich weniger Verbrechen. Das ist das Ergebnis einer Studie der Bertelsmann Stiftung. Die Autoren weisen darin erstmals einen kausalen Zusammenhang zwischen unzureichender Bildung und Kriminalität nach. Demnach würde die Zahl an Gewalt- und Eigentumsdelikten deutlich sinken, könnte die Zahl der Schulabgänger ohne Hauptschulabschluss halbiert werden. Hochgerechnet auf das vergangene Jahr hätte es in diesem Fall rund 420 Fälle von Mord und Totschlag, 13.500 Raubüberfälle und 320.000 Diebstähle weniger gegeben, so die Forscher.
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Anteil von Jugendlichen ohne Hauptschulabschluss schwankt stark zwischen Ost und West
Der Hauptschulabschluss gilt in Deutschland als Basis für eine Lehrstelle und den anschließenden Berufseinstieg - die Chancen von Schülern auf einen solchen Abschluss sind aber regional sehr unterschiedlich verteilt. Während im Jahr 2008 in Mecklenburg-Vorpommern fast 18 Prozent der Schulabgänger ohne Hauptschulabschluss blieben, waren es in Baden-Württemberg nur rund 5,5 Prozent. Das geht aus einer Studie des Bildungsforschers Klaus Klemm im Auftrag der Bertelsmann Stiftung hervor. Demnach war der Anteil von Schülern ohne Abschluss in den östlichen Bundesländern deutlich höher als in den Westländern. Die Studie weist zudem erstmals auch entsprechende Daten auf Kreisebene aus und stellt dabei ebenfalls gravierende Unterschiede fest.
Immer mehr Realschüler ohne Ausbildungsplatz
Immer mehr junge Menschen mit einem mittleren Schulabschluss finden keinen Ausbildungsplatz. Allein in Westdeutschland fehlt rund 260.000 Realschulabsolventen im Alter zwischen 25 und 34 Jahren die Berufsausbildung. Insgesamt haben dort 1,5 Millionen Menschen dieser Altersgruppe keinen Berufsabschluss - das ist jeder Fünfte. Die Ergebnisse gehen aus einer neuen Studie der Bertelsmann Stiftung hervor, die in Zusammenarbeit mit dem Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung entstanden ist.
weiterNachhilfe kostet Familien insgesamt bis zu 1,5 Milliarden Euro pro Jahr
Nachhilfe gehört für viele Kinder und Jugendliche in Deutschland zum Alltag: Rund 1,1 Millionen Schüler nehmen regelmäßig bezahlten Nachhilfeunterricht in Anspruch. Insgesamt geben Eltern jährlich bis zu 1,5 Milliarden Euro dafür aus. Das geht aus einer neuen Studie der Bertelsmann Stiftung hervor, die die Bildungsforscher Klaus Klemm und Annemarie Klemm vorgelegt haben. Demnach ist Nachhilfe bereits in der Primarstufe ein zentrales Thema: Häufig wird sie in Anspruch genommen, wenn es am Ende der Grundschulzeit um die Empfehlung für die weiterführende Schule geht.
weiterStudie: Frühe Bildung fördert Chancengerechtigkeit - Bertelsmann Stiftung sieht im geplanten Betreuungsgeld ein falsches Signal
Das von der Bundesregierung in der Koalitionsvereinbarung beschlossene Betreuungsgeld setzt ein falsches Signal für sozial benachteiligte Familien. Die Auswertung einer Studie der Bertelsmann Stiftung mit Blick auf das Betreuungsgeld zeigt, dass gerade Kinder aus sozial schwachen Verhältnissen oder Zuwandererfamilien besonders vom Besuch frühkindlicher Bildungseinrichtungen profitieren. Internationale Erfahrungen belegen aber, dass die Zahlung eines Betreuungsgeldes oft dazu führt, dass Kinder aus diesen Familien zu Hause bleiben.
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Deutschland verschenkt enormes Wachstum durch schlechte Bildung
Deutschland verschenkt durch seine große Zahl an unzureichend gebildeten Schülern ein enormes Wachstumspotenzial. Die Folgekosten unzureichender Bildung durch entgangenes Wirtschaftswachstum summieren sich innerhalb der kommenden achtzig Jahre - der Lebensspanne heute geborener Kinder - auf rund 2,8 Billionen Euro. Das ist das Ergebnis einer Studie des ifo Instituts für Wirtschaftsforschung im Auftrag der Bertelsmann Stiftung. Die für diesen Bereich neuartige Untersuchung des Bildungsökonomen Ludger Wößmann berechnet dabei die abgezinsten Erträge einer Bildungsreform, welche die Zahl der so genannten "Risikoschüler" deutlich reduziert. Auf diese Weise können erstmals langfristige volkswirtschaftliche Effekte von Bildung beziffert werden.
weiterFörderschulen: Hoher Finanzbedarf, wenig Perspektiven für Schüler
2,6 Milliarden Euro pro Jahr geben die deutschen Bundesländer für zusätzliche Lehrkräfte an Förderschulen aus. Trotzdem bleiben 77 Prozent der Förderschüler ohne Hauptschulabschluss. Nur wenige von ihnen schaffen den Sprung zurück auf eine allgemeine Schule. Zu diesem Ergebnis kommt eine neue Studie der Bertelsmann Stiftung. Die Untersuchung belegt zugleich anhand von internationalen und nationalen Studien: Je länger ein Schüler eine Förderschule mit dem Schwerpunkt Lernen besucht, desto ungünstiger entwickeln sich seine Leistungen. Allein in diesen Förderbereich gehen jährlich 800 Millionen Euro.
weiterEine Schule für Alle
2009 wurde zum ersten Mal der "Jakob Muth-Preis für inklusive Schule" vergeben. Als herausragende Beispiele für gelingende Inklusion wurden drei Schulen ausgezeichnet, die Vorbilder für den gemeinsamen Unterricht von behinderten und nicht behinderten Kindern sind. Die Bertelsmann Stiftung möchte mit der Preisvergabe die Entwicklung zu einem inklusivem Schulsystem unterstützen, in dem jedes Kind die bestmögliche individuelle Förderung erhält.
weiter"Sitzenbleiben" kostet jährlich knapp eine Milliarde Euro
Sitzenbleiben ist laut einer Studie der Bertelsmann Stiftung teuer und unwirksam. Knapp eine Milliarde Euro geben die deutschen Bundesländer insgesamt jährlich für Klassenwiederholungen aus. Das hat der Bildungsforscher Klaus Klemm im Auftrag der Stiftung berechnet. Dieses Geld ist offenkundig schlecht angelegt: Die Untersuchung macht deutlich, dass Sitzenbleiben pädagogisch wirkungslos ist.
Vortrag im Rahmen des 14. Deutschen Präventionstages in Hannover
Am 8. und 9. Juni fand in Hannover der 14. Deutsche Präventionstag statt. Gabriela Schütz berichtetete in ihrem Vortrag über den Stand der bildungsökonomischen Forschung zum Zusammenhang von Bildung und Kriminalität.
Trotz sehr viel statistischer Evidenz zum Zusammenhang zwischen Bildung und Kriminalität, ist ein wirklich ursächlicher (kausaler) Zusammenhang bislang für Deutschland nicht belegt. Wie die wenigen internationalen Studien auf dem Gebiet zeigen, stehen jedoch vor allem Eigentums- und Gewaltdelikte in Zusammenhang mit einem niedrigen Bildungsniveau der Täter.
Das Projekt der Bertelsmann Stiftung "Folgekosten unzureichender Bildung" will den internationalen Forschungsbemühungen folgen und die Wissenslücke für Deutschland schließen. Ein bedeutender Baustein des Projektes besteht deshalb darin, den kausalen Zusammenhang zwischen Bildung und Kriminalität für Deutschland zu erforschen und auf der Basis dieser Ergebnisse die gesellschaftlichen und sozialen Kosten auszuweisen, die durch Kriminalität infolge unzureichender Bildung entstehen. Ergebnisse hierzu werden voraussichtlich im Sommer 2010 vorliegen.
Weiterführende Projekte
| Finanzierung der ElementarbildungKECK: Kommunale Entwicklung - Chancen für KinderLändermonitoring Frühkindliche Bildungssysteme |
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