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Reinhard Mohn

Portrait Reinhard Mohn
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Reinhard Mohn (2007)
Fotograf: Christoph Gödan

Reinhard Mohn, in fünfter Generation Mitglied der Gründerfamilie Bertelsmann, baute in über 40 Jahren aktiven beruflichen Engagements ein Unternehmen auf, das heute an der Weltspitze international tätiger Medienhäuser rangiert. Mit großem Mut zu unternehmerischem Risiko, gepaart mit Weitsicht und wirtschaftlichem Sachverstand, schuf er ein Lebenswerk, an dem heute weltweit über 100.000 Menschen als Beschäftigte weiterarbeiten.

Im Jahr 1977 gründete Reinhard Mohn, in der Tradition des gesellschaftlichen, kulturellen und sozialen Engagements der Inhaberfamilie Bertelsmann und Mohn, die Bertelsmann Stiftung. Dazu hat er am 16. September 1993 zunächst 68,8 Prozent seiner Kapitalanteile an der Bertelsmann AG auf die Bertelsmann Stiftung übertragen. Heute hält die Stiftung 77,4 Prozent der Anteile (Stand Dez. 2009).

Mit der Übertragung der stimmrechtslosen Kapitalanteile auf die Bertelsmann Stiftung soll darüber hinaus auch die Unternehmenskontinuität der Bertelsmann AG gesichert werden. Das zuvor Reinhard Mohn allein zustehende Stimmrecht von rund 90 Prozent des Aktienkapitals wurde zum 1. Juli 1999 auf die neu gegründete Bertelsmann Verwaltungsgesellschaft mbH übertragen. Dass die gemeinnützige Stiftung zur größten Eigentümerin des Unternehmens wurde, ist in der Überzeugung Mohns begründet: Wie im Grundgesetz festgeschrieben, sind große Vermögen der Sozialverpflichtung des Eigentums unterworfen.

Lebenslauf

Reinhard Mohn wurde am 29. Juni 1921 in Gütersloh geboren. Dort absolvierte er 1939 das Abitur und leistete anschließend seinen Wehrdienst. Als Leutnant des Afrika-Korps geriet Reinhard Mohn 1943 in amerikanische Gefangenschaft, aus der er 1946 heimkehren konnte. Seinem Wunsch, Ingenieur zu werden, stand der Wunsch des Vaters entgegen: der Sohn möge in das familieneigene Druck- und Verlagshaus treten. Mohn stellte sich der neuen Aufgabe und übernahm die Leitung des Hauses. Damit begann eine der herausragendsten und bemerkenswertesten Unternehmerkarrieren im Nachkriegsdeutschland.

In über 40 Jahren beruflichen Engagements gelang es Reinhard Mohn, das mittelständische, zunächst nur regional bedeutsame Druck- und Verlagshaus Bertelsmann in die Spitzengruppe der internationalen Medienunternehmen zu führen. Bertelsmann mit über 100.000 Mitarbeitern in mehr als 50 Ländern und einem Umsatz von 15,4 Milliarden Euro (2009) ist weitgehend sein Werk. Mit Selbstdisziplin und Gestaltungswillen hat Reinhard Mohn auf wirtschaftlichem, führungstechnischem und sozialem Feld Vorbildliches geleistet. Er ließ sich dabei von den in 175-jähriger Familientradition überlieferten Wertvorstellungen leiten, die stets auf das Wohl der Gesellschaft ausgerichtet waren. Er selbst bekannte: "Ethische Kriterien konnten sich gegenüber ökonomischen Zielen stets durchsetzen. Mir scheint, dass die bemerkenswerte wirtschaftliche Stabilität des Hauses Bertelsmann hier ihre Erklärung findet."

Schon als junger Firmenchef hatte sich Reinhard Mohn energisch um die "innere Ordnung" seiner Firma gekümmert. Diese innere Struktur seines Hauses wollte er von den Prinzipien Fairness, Partnerschaft und Gerechtigkeit geprägt wissen. Nicht soziale Utopien waren seine Triebkraft, sondern die Überzeugung, dass der motivierte Mitarbeiter, der sich an seinem Arbeitsplatz im vorgegebenen Rahmen frei entwickeln kann, zufriedener ist und damit mehr leistet. "Das Wichtigste für Wachstum und Kontinuität eines Unternehmens ist", so Reinhard Mohn, "dass sich möglichst viele verantwortlich fühlen und an Entscheidungsprozessen teilnehmen."

In dieser Überzeugung baute Reinhard Mohn in seinem Haus die Brücke von der Humanität zur Effizienz auf drei Pfeilern: Freiraum für den Einzelnen, materielle Gerechtigkeit und soziale Sicherheit. 1981 gab der engagierte Unternehmer Reinhard Mohn, getreu den von ihm selbst aufgestellten Führungsgrundsätzen seines Hauses, den Vorstandsvorsitz ab und übernahm den Vorsitz im Aufsichtsrat der Bertelsmann AG. Am 29. Juni 1991, seinem 70. Geburtstag, zog er sich auch aus diesem Gremium zurück und widmete sich anschließend als Vorsitzender des Vorstandes bzw. Präsidiums ganz der Arbeit in der Bertelsmann Stiftung. Das Amt des Präsidiumsvorsitzenden übergab er am 1. Oktober 2001 an Dr. Gunter Thielen und 2002, nachdem Dr. Thielen als Vorstandsvorsitzender in die Bertelsmann AG abberufen wurde, an Prof. Dr. Dr. h. c. mult. Heribert Meffert. Er selbst blieb Mitglied des Gremiums bis zum 31.12.2004. Im Jahr 2005 ordnete Reinhard Mohn die Führungsstruktur neu. Die Aufgaben von Kuratorium und Präsidium - fortan Vorstand - wurden voneinander getrennt. Das Kuratorium wird zum Beratungs- und Kontrollorgan. Im Januar 2008 nahm Dr. Gunter Thielen den Vorsitz der Stiftung wieder ein. Reinhard Mohn gehörte als Stifter weiter dem Kuratorium an.

1981 wurde Reinhard Mohn zum Ehrenbürger der Stadt Gütersloh ernannt. 1994 wurde ihm das Große Verdienstkreuz des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland verliehen, seit 1996 war er Ehrenmitglied im Club of Rome. 1998 wurde er mit dem Großen Bundesverdienstkreuz mit Stern und dem Prinz-von-Asturien-Preis des spanischen Königshauses ausgezeichnet. Im selben Jahr wurde er zum Unternehmer des Jahrhunderts ernannt. 1999 erhielt Reinhard Mohn den Staatspreis des Landes Nordrhein-Westfalen und wurde mit dem Hanns-Martin-Schleyer-Preis sowie dem Spanischen Großkreuz ausgezeichnet. 2000 wurde er mit der Bernhard-Harms-Medaille des Instituts für Wirtschaft und der Jakob-Fugger-Medaille des Verbandes der Bayerischen Zeitungsverleger geehrt. 2001 erhielt er die Ehrendoktorwürde der Universität Münster und 2002 den Zukunftspreis der CDU Sozialausschüsse. 2003 wurde er gemeinsam mit Ehefrau Liz mit dem Teddy-Kollek-Preis geehrt. Die Stadt Alcúdia ernannte ihn im Jahr 2005 zum Ehrenbürger. Schließlich wurde er 2007 in der Kategorie "Lebenswerk" mit dem Deutschen Gründerpreis ausgezeichnet.

Reinhard Mohn verstarb am 3. Oktober 2009.


Zitat

"Ich habe das getan, was mir entsprach."
(Reinhard Mohn)

Ehrung
Liz Mohn und Christoph Mohn bei der Aufstellung der Büste von Reinhard Mohn im Stadtmuseum Gütersloh.

Reinhard-Mohn-Büste findet Platz im Stadtmuseum Gütersloh

Das Stadtmuseum Gütersloh möchte einen Beitrag dazu leisten, die Erinnerung an den im vergangenen Jahr verstorbenen Reinhard Mohn lebendig zu halten. Die dortige Dauerausstellung zum Thema "Gütersloh - die Stadt der Stifter und Schenker" wurde um eine Büste Reinhard Mohns bereichert. Liz und Christoph Mohn übergaben die Bronze-Büste als Geschenk an die Bevölkerung der Stadt.

Stadtmuseum Gütersloh
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Reinhard Mohn - Ein Lebenswerk

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Statements - Reinhard Mohn

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Bücher von Reinhard Mohn
Collage mit Publikationen von Reinhard Mohn.

Fotogalerie Reinhard Mohn
Reinhard Mohn in der Bertelsmann Stiftung.

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