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Reinhard Mohn - der Unternehmer

"Ich möchte Menschen überzeugen"

Reinhard Mohn sitzend vor der Ahnengalerie
Reinhard Mohn
Fotograf: Wolfgang Wesener

Als Reinhard Mohn zwei Jahre nach Ende des Krieges ins zerstörte Deutschland nach Hause zurückkehrte, ergriff er die Chance, sein Leben selbst in die Hand zu nehmen. Er wollte etwas gestalten. Reinhard Mohn übernahm die Leitung des familieneigenen Druck- und Verlagshauses und schuf das größte Medienunternehmen Europas.

Obwohl erst Mitte 20, hatte Reinhard Mohn schon viele Erfahrungen gemacht, die ihn prägten: Er hatte gelernt, wie wichtig Achtung vor den Menschen ist, für die man Verantwortung trägt, dass Gemeinsinn und Miteinander den gemeinsamen Zielen am besten nützen. Auch hatte er gelernt, dass die Menschen sich nach Freiraum zur persönlichen Entwicklung und Entfaltung sehnen und an gemeinsamen Erfolgen teilhaben wollen.

Das überwältigende Wachstum der Gründerjahre bescherte dem jungen Unternehmer zunächst viele schlaflose Nächte. Der rasante Aufbau des Unternehmens verschlang mehr Geld, als ihm die skeptischen Banken gewähren wollten. Und so wandte sich Reinhard Mohn an die Mitarbeiter. Sie sollten mit ihrer Arbeitskraft in den Wiederaufbau des Verlages investieren. Und dafür würden sie am Gewinn des Unternehmens beteiligt. Eine Partnerschaft, die bei Bertelsmann bis heute gelebt wird.

Reinhard Mohn verstand es wie kein anderer, Menschen zu motivieren, indem er ihnen gewährte, eigenverantwortlich zu entscheiden. Starre Hierarchien waren nicht seine Sache; er wollte es besser machen. Er gab den Mitarbeitern den nötigen Freiraum, Verantwortung für ihre Aufgaben zu übernehmen. Er organisierte das wachsende Unternehmen dezentral und delegierte die Verantwortung auf viele Köpfe.

Aus diesen Erfahrungen hat er später im Unternehmen seine Führungsgrundsätze entwickelt: seine "Unternehmenskultur". Diese ist getragen von einem großen Respekt vor den Menschen.

Das Geschäft dehnte sich nicht nur inhaltlich aus, vielmehr verbreitete sich z. B. die innovative Idee der Buchclubs auch geografisch. Zuerst 1962 in Spanien, sieben Jahre später auch jenseits des Atlantiks in Südamerika. 1970 wurde der französische Buchclub France Loisirs gegründet, der sich schnell zum größten Ausland-Club entwickelte.

Schon Anfang der neunziger Jahre hatte Mohn den Großteil seiner Anteile am Konzern an die 1977 gegründete Bertelsmann Stiftung übertragen. Auch dies war typisch für den Unternehmer Reinhard Mohn. Die Stiftung spiegelt seine Überzeugung wider, dass Eigentum im besten Sinne des Grundgesetzes verpflichtet.

Pragmatisch und rational traf er auch alle seine großen und grundlegenden Entscheidungen für das Unternehmen: sein Wechsel vom Vorstandsvorsitz in den Aufsichtsrat, als er die von ihm selbst für das Management vorgeschriebene Altersgrenze von 60 Jahren erreichte. Sein Rückzug vom Aufsichtsratsvorsitz zehn Jahre später ist ein weiteres Beispiel, sowie seine Arbeit in der Stiftung. Die Übertragung der Eigentumsanteile und Stimmrechte manifestiert, dass Reinhard Mohn seinen Führungsanspruch nicht als Privileg, sondern als Verpflichtung gegenüber dem Unternehmen und seinen Mitarbeitern sah; und gegenüber der gesamten Gesellschaft.

Das unternehmerische Gesamtwerk Reinhard Mohns gehört zu den großen Lebensleistungen in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland. Mohn legte die Grundlage dafür, dass aus einem christlichen Verlag in Gütersloh innerhalb von sechs Jahrzehnten die Bertelsmann SE & Co. KGaA, wie man sie heute kennt, entstehen konnte: das größte Medienunternehmen Europas. Die unternehmerische Heimat des führenden europäischen Unterhaltungskonzerns RTL Group, von Random House, dem größten Publikumsverlag der Welt, und von Gruner+Jahr. Aus dem bestehenden Druckereigeschäft wurde später der Dienstleister Arvato.


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