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Projekte

Jugendliche unterschiedlicher Abstammung

Europas Zukunft

Europa und der Nahe Osten

Der südliche Nachbarschaftsbogen der Europäischen Union zieht sich von Marokko im Westen über Nordafrika, den Nahen Osten, bis in die Golf Region zum Iran. Aus europäischer Sicht eine vielfältige Region mit Chancen und Risiken, die erhebliche Auswirkungen auf die Außenbeziehungen der Europäischen Union und Rückwirkungen auf die innereuropäische gesellschaftliche Entwicklung haben.

Sieben Konfliktkreisen beschreiben die Landkarte der Risiken, die sich vom südlichen Mittelmeer über den Nahen Osten bis in die Golf Region erstrecken:
1) Die territorialen Konflikte von der West-Sahara über den israelisch-arabischen Konflikt bis zur Kurden-Frage.
2) Die Kämpfe um wichtige Ressourcen wie Erdöl, Erdgas, Wasser und Agrarfläche.
3) Die soziale Frage, die sich aus der Armutsschere ergibt, zwischen rohstoffreichen und rohstoffarmen Ländern des Nahen Ostens einerseits und zwischen reicher Oberschicht und armer Mittel- und Unterschicht andererseits; dazu kommt die demographische Entwicklung; beides auch Gründe für den Migrationsdruck auf Europa.
4) Die Konfliktfacetten, die sich aus der politischen Transformation ergeben, und die Fragen nach Identität und Ideologie der einzelnen Völker und Staaten der Region aufwerfen: Legitimation von Herrschaft, gute und schlechte Regierungsführung, die Auseinandersetzung zwischen Säkularität und Religiösität, zwischen  Sunna und Schia, zwischen jüdischem, muslimischem und christlichem Glauben und Traditionen. Der Umgang mit religiös motivierter Gewalt.
5) Schließlich belasten das iranische Atomprogramm und
6) die unklare Zukunft des Irak sowie
7) die Auswirkung der Instabilität in Afghanistan und Pakistan die Entwicklung im Großraum Naher Osten in der direkten Nachbarschaft Europas.

Der Konfliktlandkarte gegenüber entwickeln sich Chancen, die aus der rasanten ökonomischen Entwicklung vieler Staaten, insbesondere der Golf Region, resultieren. Die märchenhaften Einkünfte aus den Exporten von Erdöl und Erdgas geben vielen Gesellschaften des Nahen Ostens die Möglichkeit, eine dynamische soziale und ökonomische Modernisierung voranzutreiben. Viele investieren diesen Reichtum in eine graduelle ökonomische, soziale und sogar politische Transformation - so entwickeln sich beispielsweise die Staaten des Golf-Kooperationsrates (GCC) mehr und mehr zur Chancen-Region in der arabisch-muslimischen Welt. Der GCC strebt mit Europa nicht nur eine Freihandelszone, sondern auch eine Partnerschaft im politischen und kulturellen Bereich an.

Die Beziehungen Europas zu den einzelnen Staaten und Subregionen gestalten sich vertragstechnisch facettenreich:
Die EU verbindet mit der Türkei eine Zollunion und ein Verhandlungsprozess auf EU Mitgliedschaft.
Der Mittelmeerraum (Euro-Mediterrane Partnerschaft im Barcelona-Prozess) ist politisch aufgewertet zu einer "Union für das Mittelmeer".
Mit Israel unterhält Europa eine spezielle bilaterale Partnerschaft. Europa engagiert sich im israelisch-arabischen Konflikt im Rahmen des Quartetts der Nahost-Vermittler.
In die Golfregion unterhält die EU neben dem Golfkooperationsrat (GCC) bilaterale Beziehungen mit Iran und Irak, die sich allerdings schwierig gestalten.

Eine die gesamte Region "Mittelmeer, Nordafrika, Naher Osten, Golf Region" umfassende Strategie gibt es noch nicht. Genug Stoff für Think-Tanking und Politikberatung im Projekt "Europa und der Nahe Osten" im Programm "Europas Zukunft" der Bertelsmann Stiftung. Die Bertelsmann Stiftung engagiert sich seit 1995 für die Konkretisierung der europäischen Außenpolitik gegenüber den Ländern des Nahen Ostens, Nordafrikas und der Golfregion. Die Arbeit an Papieren, Konferenzen und Experten-Workshops ermöglicht auch den Austausch zwischen Politik, Wirtschaft und Wissenschaft in der Region und mit der Region. Der inhaltliche Input zu Arbeitsgruppen der Bertelsmann Stiftung mit den Planungsstäben europäischer Außenämter, wenn es um die Themen europäische Nachbarschaftspolitik geht, oder zu den spotlights europe der Bertelsmann Stiftung ergänzen unsere Arbeit. In Experten-Workshops werden unter anderem Policy Papers entwickelt und das Strategiepapier für die jährlichen Kronberger Nahost-Gespräche vorbereitet. Die Kronberger Gespräche tragen zusätzlich Arbeitsergebnisse anderer Programme der Bertelsmann Stiftung zur Diskussion in den Mittelmeerraum, so z. B. interkulturelle Zusammenarbeit, Transformation Index, Migration/Integration, Teilhabe in der globalisierten Welt.


Ansprechpartner
Porträt Christian-Peter Hanelt Christian-Peter Hanelt
Telefon:
+49 5241 81-81187
Projektteam

Katrin Hundertmark

Veranstaltungen

Kronberger Gespräche

Publikation
Cover: Bound to Cooperate - Europe and the Middle East II

Bound to Cooperate - Europe and the Middle East II

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