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Berlin, 21.05.2010

Mehr Strategie wagen in Politik und Zivilgesellschaft

Tagung am 20. Mai in Berlin anlässlich der Veröffentlichung des Strategie-Kompasses

Clemens Graf von Waldburg-Zeil, Günter Verheugen, Dunja Hayali, Anna Renkamp und Frank Frick (v.l.) bei der Präsentation des Strategie-Kompasses.
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Clemens Graf von Waldburg-Zeil, Günter Verheugen, Dunja Hayali, Anna Renkamp und Frank Frick (v.l.) bei der Präsentation des Strategie-Kompasses.
Foto: Frank Nürnberger

Die "Drei-K-Frage" ist's, die über Erfolg oder Scheitern von Reformen und Change-Projekten entscheidet: Ausschlaggebend für das Ge- oder Misslingen sind die drei strategischen Dimensionen Kompetenz, Kommunikation und Kraft zur Durchsetzung. Diese Quintessenz aus Analysen und Studien der Bertelsmann Stiftung wurde mit Experten aus Zivilgesellschaft, Wissenschaft, Politik und Verwaltung diskutiert.

Wie können im politischen Alltagsgeschäft Reformen langfristig geplant werden? Mit welcher Strategie bereiten sich zivilgesellschaftliche Organisationen auf künftige Herausforderungen vor? Diese Fragen standen im Zentrum der Tagung. Beispiele verdeutlichten die Schwierigkeit, in Zeiten schneller Veränderungen, globaler Ereignisse und wachsender Konkurrenz nicht kurzfristig zu taktieren, sondern Reformen und Veränderungsprozesse langfristig und zukunftsorientiert zu planen.

"Nach dem Fall der Mauer und nach Jahren des Tastens und Stolperns  war die wichtigste strategische Entscheidung der Beschluss, die Erweiterung der Europäischen Union um 10 neue Mitgliedstaaten in einem Schritt  durchzuführen", bilanziert Günter Verheugen, der ehemalige EU- Kommissar für Erweiterung die Strategie der EU-Erweiterung. Kompetenz und die Einbeziehung von bis zu 20.000 Mitarbeitern in der Kommission und in den Beitrittsländern sowie der starke politische Wille zur Durchsetzung führten zum Erfolg des Mammut-Projekts. Misserfolge sieht Verheugen im Bereich der Kommunikation. "Man kann einen Vertrag nur mit Leben füllen, wenn man die Menschen mitnimmt", so Verheugen. Es ist heute noch spürbar, zum Beispiel an der aktuellen Debatte um die Griechenlandhilfe, dass die Erweiterung in der Bevölkerung der alten Mitgliedstaaten noch nicht wirklich akzeptiert wird. 

Seit November letzten Jahres hat das Deutsche Rote Kreuz eine neue Bundessatzung, die eine einheitliche Steuerung des Gesamtverbandes erlaubt unter Beibehaltung der föderalistischen Strukturen. Auf dem Weg dahin war die Binnenkommunikation ganz entscheidend für den Erfolg.  "Unser Ziel war es, den gesamten Verband mit Haut und Haaren in den Strategieprozess einzubinden. Der beste Weg hinsichtlich vorhandener Reformgegner ist, die herausragendsten Meinungsbildner unter ihnen gnadenlos in die Arbeitsgruppen einzubinden- sie also zu beteiligen. Im Nachhinein waren die erbittertsten Reformgegner selbst das beste Korrektiv für die gesamte Strategie", so der Generalsekretär des Deutschen Roten Kreuzes, Clemens Graf von Waldburg-Zeil.

Für den Erfolg von Reformen ist ein starkes Führungsteam entscheidend. "Es braucht eine strategiefähige Kerngruppe, die die Ziele inhaltlich kompetent, kommunikations- und durchsetzungsstark verfolgt", resümiert Frank Frick.  "Das Führungsteam des Projektes 'Fußballweltmeisterschaft 2006' um Klinsmann, Löw und Bierhoff ist ein gutes Beispiel. Sie waren die Regisseure des Veränderungsprozesses. Sie wollten den radikalen Wandel. Sie schufen ein hochprofessionelles Umfeld mit hervorragenden Experten. Und dieses Team war sich in allen wichtigen Aspekten der Veränderung einig - eine wichtige Voraussetzung für Veränderungen, nicht nur im traditionellen DFB."

Anna Renkamp stellte den Strategie-Kompass der Bertelsmann Stiftung vor und unterstrich, dass die "Drei-K-Philosophie" in allen vier Prozessphasen konsequent umgesetzt werden müsse: "Problemdefinition und Analyse", "Formulierung und Entscheidung", "Umsetzung" sowie "Erfolgskontrolle". Der Strategie-Kompass ist ein Analyse- und Planungsinstrument, das für Politik und Zivilgesellschaft gleichermaßen eine Hilfestellung bietet, um Reform- und Veränderungsprozesse strategisch zu planen und erfolgreich umzusetzen.

Der Strategie-Kompass ist im Verlag Bertelsmann Stiftung erschienen, Informationen dazu finden Sie auf den Verlags-Seiten im Internet, Rubrik "Neuerscheinungen". Siehe auch den Link in der rechten Spalte.


Ansprechpartner
Porträtfoto von Anna Renkamp Anna Renkamp
Telefon:
+49 5241 81-81145
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Wie schafft man es, im politischen Alltagsgeschäft trotz der Hektik vorauszudenken und Reformen langfristig zu planen? Welche sind die entscheidenden Faktoren, die ein Reformvorhaben zum Erfolg führen?

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Strategisch. Praktisch. Gut.

Mit dieser Publikation lässt sich jede inhaltliche und strukturelle Veränderung einer nichtstaatlichen oder gemeinnützigen Organisation strategisch planen, durchführen und auf ihre Wirkung hin überprüfen.

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