Carl Bertelsmann-Preis
Auszeichnung für Kreativität: der Carl Bertelsmann-Preis
Mit dem "Carl Bertelsmann-Preis" werden innovative Konzepte und nachahmenswerte Lösungsansätze in gesellschaftlichen Problemfeldern ausgezeichnet. Der nach dem Gründer des Medienhauses Bertelsmann benannte Preis wird jährlich verliehen und ist mit 150 000 Euro dotiert. Sein besonderes Kennzeichen ist die internationale Ausrichtung - der "Blick über den Zaun", um weltweit von den Besten zu lernen.
Chronik der Carl Bertelsmann-Preise
Carl Bertelsmann-Preis 2008: "Integration braucht faire Bildungschancen"
Internationale Studien zeigen, dass in Deutschland der Bildungserfolg wie in kaum einem anderen Land von der Herkunft abhängt. Gemessen am Familieneinkommen besuchen über 50 Prozent der Kinder aus dem obersten Viertel der Gesellschaft das Gymnasium, während es aus dem untersten Einkommensviertel nur 10 Prozent sind. Besonders betroffen sind Kinder und Jugendliche aus Zuwandererfamilien. Durch diese Bildungsbenachteiligung werden Talente verschwendet und Menschen frustriert. Der Carl Bertelsmann-Preis 2008 will deshalb gute Beispiele hervorheben, die in Schulen die individuelle Förderung von Kindern mit Zuwandergeschichte ermöglichen.
weiterCarl Bertelsmann-Preis 2007: "Gesellschaftliches Engagement als Bildungsziel"
Preisträger: Citizenship Foundation, Großbritannien
Sonderpreis: Themenorientiertes Projekt Soziales Engagement (TOP SE), Baden-Württemberg
Gesellschaftliches Engagement stellt eine wertvolle Ressource für das Individuum und die Gesellschaft dar. Die Möglichkeiten, die damit verbundenen Kompetenzen und Werte bereits frühzeitig zu erlangen und zu erfahren, sind jedoch eingeschränkt. Die Familie als Lernort ist Erosionsprozessen ausgesetzt, und die Rahmenbedingungen in Kindertagesstätten und Schulen sind nur unzureichend auf die Vermittlung derartigen Wissens eingerichtet. Ziel des Carl Bertelsmann-Preises 2007 ist es daher, in einer internationalen Recherche Best-Practice-Beispiele zu identifizieren, die geeignet sind, diese Rahmenbedingungen struktureller und sozioökonomischer Art für die frühe Förderung von gesellschaftlichem Engagement in Deutschland zu verbessern.
Carl Bertelsmann-Preis 2006: "Älter werden - aktiv bleiben. Beschäftigung in Wirtschaft und Gesellschaft"
Preisträger: Das finnische Reformprogramm "Älter werdende Arbeitnehmer", eine Initiative der finnischen Regierung in Zusammenarbeit mit Sozialpartnern, Wissenschaft und Verbänden zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen älterer Menschen.
Der Carl Bertelsmann-Preis 2006 ist zum Thema "Älter werden - aktiv bleiben. Beschäftigung in Wirtschaft und Gesellschaft" vergeben worden. Mit der Preisvergabe will die Bertelsmann Stiftung dazu beitragen, einen Paradigmenwechsel zu forcieren, der einer Differenzierung und Verlängerung von Beschäftigungsbiografien Vorschub leistet. Sowohl auf Ebene der Politik, als auch bei den Tarifpartnern, in den Unternehmen und bei jedem Einzelnen müssen heute Weichenstellungen und Umdenken erfolgen.
Carl Bertelsmann-Preis 2005 "Junge Generation und Arbeit: Chancen erkennen - Potenziale nutzen"
Preisträger: Das Hamburger Hauptschulmodell
Gerade im Übergang zur Wissensgesellschaft des 21. Jahrhunderts sind Entwicklung und kontinuierliche Sicherung der Beschäftigungsfähigkeit mehr denn je gefordert und setzen nicht nur bei jedem Einzelnen ein höheres Maß an Eigeninitiative und Eigenverantwortung in der Lebensplanung voraus. Die Grundlagen für die individuelle Beschäftigungsfähigkeit in der Jugend zu legen und zu fördern, wird zu einer der großen Herausforderungen unserer Gesellschaft, der Wirtschaft und der Unternehmen - insbesondere dort, wo die Heranführung und Integration junger Menschen in sich verändernde Arbeitsmärkte bzw. in das Erwerbsleben aus eigenen Anstrengungen nicht gelingen will.
Carl Bertelsmann-Preis 2004: "Leistungssteigerung und Fortschritt im öffentlichen Bereich: Organisationskultur und Wettbewerb"
Preisträger: Århus Amt/Dänemark
Der Preisträger 2004 zeichnet sich durch sein durchgängig gelebtes Wertesystem aus. Århus Amt, der dänische Kreis Aarhaus, ist für die Versorgung von 640.000 Einwohnern mit hauptsächlich kommunalen Dienstleistungen zuständig. Dazu gehören die Bereiche Gesundheit, Erziehung und Bildung, Soziales, Kultur, Wirtschaftsförderung und Tourismus. Rund 21.000 Mitarbeiter orientieren sich an einem Wertesystem, das auf Transparenz, Respekt und Reformbereitschaft gründet. Zentrales Steuerungselement ist der Leistungsvergleich - sowohl innerhalb der Geschäftsbereiche als auch außerhalb mit anderen Kreisen. Århus Amt setzt erfolgreich Modernisierungsinstrumente ein wie Kosten- und Leistungsrechnung, Controlling, dezentrale Budgetverantwortung und strategisches Personalmanagement.
weiterCarl Bertelsmann-Preis 2003: "Unternehmenskultur und Führungsverhalten als Erfolgsfaktoren"
Preisträger: Hilti AG, Schaan/Fürstentum Liechtenstein
Der Preisträger 2003, die Hilti AG, zeigt in herausragender Weise, wie eine mitarbeiter- und kundenorientierte Unternehmenskultur sowie vorbildliches Führungsverhalten entscheidend zum wirtschaftlichen Erfolg beitragen können. Das Unternehmen überzeuge durch seine konsequente Kundenausrichtung und unternehme große Anstrengungen, Werte und Haltungen an seine Mitarbeiter zu vermitteln, heißt es in der Begründung der Jury. Die Hilti AG ist weltweit führend in der Entwicklung, der Herstellung und dem Vertrieb von qualitativ hochwertigen Produkten und Systemen für den Profi am Bau und in der Gebäudeinstandhaltung.
weiterCarl Bertelsmann-Preis 2002: "Transparenz - Grundlage für Verantwortung und Mitwirkung"
Preisträger: Transparency International
Die Bertelsmann Stiftung würdigte Transparency International als ein besonders erfolgreiches und nachahmenswertes Modell dafür, wie drängende Probleme beim Versagen des Staates und des Marktes durch zivilgesellschaftliches Engagement einer Lösung nähergebracht werden können. Die 1993 gegründete Organisation hat sich dem weltweiten Kampf gegen die Korruption verschrieben.
weiterCarl Bertelsmann-Preis 2001: "Den Wandel gestalten - Strategien der Transformation"
Preisträger: Tadeusz Mazowiecki, Leszek Balcerowicz und Adam Michnik stellvertretend für den erfolgreichen Transformationsprozess in Polen - René Blattmann und Ana Maria Romero de Campero stellvertretend für die herausragenden Entwicklungsleistungen in Bolivien
Polen und Bolivien standen stellvertretend für weitere Staaten, die es vermocht haben, trotz aller Schwierigkeiten einen friedlichen Wandel zu gestalten, und deren Lernerfahrungen damit von besonderer Relevanz für andere Staaten und Akteure sein könnten.
weiterCarl Bertelsmann-Preis 2000: "Reformen im Gesundheitswesen"
Preisträger: Eidgenössisches Departement des Innern und die nederlands huisartsen genootschap, nhg (Vereinigung der niederländischen Haus-, bzw. Primärärzte)
Der Carl Bertelsmann-Preis 2000 ging zu gleichen Teilen in die Schweiz und in die Niederlande: Das Eidgenössische Departement des Innern erhielt den Preis für die Einführung eines neuen Krankenversicherungsgesetzes in der Schweiz, das Wettbewerb und solidarische Prinzipien miteinander in Einklang bringt. In den Niederlanden wurde die Vereinigung der Hausärzte für ihre einzigartigen Anstrengungen um die Versorgungsqualität ausgezeichnet.
weiterCarl Bertelsmann-Preis 1999: "Berufliche Bildung der Zukunft"
Preisträger: Königreich Dänemark
Um der beruflichen Bildung in Deutschland neue Impulse zu geben, wurde Dänemark für sein vorbildliches Ausbildungssystem mit dem Carl Bertelsmann-Preis 1999 ausgezeichnet. Wegweisend in der dänischen Berufsbildung sind die zurückgenommene Kontrollfunktion des Staates, die Zusammenarbeit zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern sowie die weitreichende Eigenverantwortung der einzelnen Berufsschulen in Fragen des Lehrplans und der Budgetverwaltung.
Carl Bertelsmann-Preis 1998: "Kommunikationsordnung 2000 - Innovation und Verantwortung in der Informationsgesellschaft"
Preisträger: Canadian Radio-television and Telecommunications Commission (CRTC), Kanada; Recreational Software Advisory Council (RSAC), USA
In Anerkennung ihrer erfolgreichen Konzepte für staatliche Aufsicht und Eigenverantwortung der Medienwirtschaft wurden die amerikanische Selbstkontroll-Initiative im Internet RSAC und die kanadische Aufsichtsbehörde für Rundfunk und Telekommunikation CRTC mit dem Carl Bertelsmann-Preis 1998 ausgezeichnet.
Carl Bertelsmann-Preis 1997: "Eigenverantwortung und Solidarität - Neue Wege in der Sozial- und Tarifpolitik"
Preisträger: "Stichting van de Arbeid" (Stiftung der Arbeit, Niederlande)
Diese gemeinsam von den Tarifpartnern getragene und paritätisch besetzte Einrichtung hat den Umbau des niederländischen Sozialstaates maßgeblich vorangetrieben und dadurch das inzwischen weltweit beachtete "Beschäftigungswunder" erst möglich gemacht. Mit der "Stiftung der Arbeit" haben sich die niederländischen Tarifpartner eine gemeinsame, schlagkräftige Institution geschaffen, die auf dem Wege des vertraulichen Dialoges zentrale Weichen für die Sozial- und Tarifpolitik stellt.
weiterCarl Bertelsmann-Preis 1996: "Innovative Schulsysteme im internationalen Vergleich"
Preisträger: Durham Board of Education, Ontario, Kanada
Das Durham Board of Education im kanadischen Ontario ist eine unkonventionelle und leistungsstarke Schulbehörde, die sich zu einer Zukunftswerkstatt mit umfassendem Dienstleistungscharakter für die Schulen ihrer Region entwickelt hat. Das Durham Board of Education muss sich regelmäßigen Leistungsvergleichen mit den anderen Boards der Provinz Ontario stellen.
weiterCarl Bertelsmann-Preis 1995: "Methoden und Instrumente erfolgreicher Beschäftigungspolitik"
Preisträger: Portugal
Der Preisträger Portugal hat mit seiner konsequenten und koordinierten Wirtschafts- und Beschäftigungspolitik nachhaltige Erfolge in der Bekämpfung der Arbeitslosigkeit erzielt und seine Anpassungsfähigkeit im Hinblick auf veränderte Rahmenbedingungen unter Beweis gestellt. Die herausragenden beschäftigungspolitischen Erfolge Portugals sind auf das Engste mit dem portugiesischen Premierminister Cavaco Silva verbunden, der das Land in seiner zehnjährigen Amtszeit mit politischem Mut und sozialem Augenmaß aus einer kritischen Wirtschaftslage herausgeführt hat.
weiterCarl Bertelsmann-Preis 1994: "Gesellschaftliche Verantwortung im Fernsehen"
Preisträger: Channel 4, Großbritannien, und TVW7 Perth, Australien
Der britische Channel 4 zeichnet sich durch einen anspruchsvollen Programmauftrag aus, der durch die Verpflichtung zu größtmöglicher Programmvielfalt, zur Berücksichtigung von Interessen unterschiedlicher Zuschauergruppen und zur innovativen Weiterentwicklung von Programminhalten und -formen gekennzeichnet ist. Der westaustralische Sender TVW7 in Perth setzt seit seiner Gründung im Jahre 1959 auf gesellschaftliche Verantwortung als Leitlinie seiner Programmarbeit. Mit vielen Eigenproduktionen in der Unterhaltung und einem umfangreichen Dokumentations- und Diskussionsangebot hält der erklärte Familiensender engen Kontakt mit seinem Publikum.
weiterCarl Bertelsmann-Preis 1993: "Demokratie und Effizienz in der Kommunalverwaltung"
Preisträger: Christchurch, Neuseeland, und Phoenix, USA
Christchurch, Neuseeland, verkörpert den Typus einer Stadt, die in eine regierungsgestützte Verwaltungsreform eingebunden war. Im Zuge einer Reform konnten in Christchurch die Qualität der städtischen Dienste und die Zufriedenheit der Bürger erheblich gesteigert werden. Kommunale Anbieter wurden im Wettbewerb mit privaten Unternehmen konkurrenzfähig. Die Stadt Phoenix besticht insbesondere durch ihr funktionierendes Gemeinwesen. Schlüssel zum Erfolg ist die direkte Beteiligung der Bürger. Sie engagieren sich in ihrer Nachbarschaft und kümmern sich um soziale Probleme wie Arbeitslosigkeit oder Armut. Auch in Phoenix behauptet sich die Kommunalverwaltung im Wettbewerb mit privaten Anbietern.
weiterCarl Bertelsmann-Preis 1992: "Fortschrittliche Einwanderungs- und Integrationspolitik"
Preisträger: Königreich Schweden
Auf die Konfrontation mit den anderen Kulturen reagierte die schwedische Regierung bereits Mitte der 70er Jahre mit einer realitätsbezogenen, von allen Parteien getragenen Gesetzgebung, die eine konsequente Integration ausländischer Mitbürger ermöglichte. Im Zentrum der Integrationspolitik stehen der gleichberechtigte Zugang der Ausländer zum schwedischen Sozialsystem und die volle Mitgliedschaft am Gemeinwesen.
weiterCarl Bertelsmann-Preis 1991: "Wegweisende Ansätze für eine erfolgreiche Beschäftigungspolitik"
Preisträger: Die Schweiz und das sächsische Unternehmen "Hoch-, Tief- und Montagebau GmbH" (HTM), Plauen
Die Schweiz hat über einen langen Zeitraum im Vergleich zu anderen europäischen Staaten aufgrund ihrer vorbildlichen ordnungspolitischen Rahmenbedingungen eine äußerst niedrige Arbeitslosenquote gehalten. Dieses Ergebnis ist mit durchschnittlichen Wachstumsraten, aber mit hoher Geldwertstabilität, einer hohen Dezentralisation wirtschafts-, beschäftigungs- und tarifpolitischer Entscheidungen sowie einem hervorragenden Niveau tarifpartnerschaftlicher Beziehungen erzielt worden. Durch Eigeninitiative ist es dem sächsischen Bauunternehmen HTM Plauen gelungen, den Betrieb vor der Entlassung des Großteiles der Mitarbeiter zu bewahren. In Verhandlungen mit der Treuhandanstalt wurde ein Beschäftigungsmodell erarbeitet, das die Banken dazu bewogen hat, in die Zukunft des Unternehmens zu investieren.
weiterCarl Bertelsmann-Preis 1990: "Evolution im Hochschulbereich"
Preisträger: Die englische Universität Warwick und zwei norwegische Hochschulrepräsentanten
Die Universität Warwick in Coventry konnte sich trotz rigoroser Sparpolitik in den 80er Jahren zu einer voll ausgebauten und anerkannten Hochschule von internationalem Rang entwickeln. Mit nicht-staatlicher Finanzierung wurden neue Studiengänge eingerichtet und Forschungsfelder ausgebaut. Die Beiträge von Prof. Dr. Arnfinn Graue und Magne Lerheim zur Umgestaltung der Universität Bergen haben dieser den Ruf einer fortschrittlichen Hochschule ersten Ranges in Europa verschafft. Rektor und Kanzler der Universität haben mit organisatorischer Kreativität und kooperativem Führungsstil eine Neustrukturierung der Hochschule und einen Prozess des Wachstums ausgelöst.
weiterCarl Bertelsmann-Preis 1989: "Partnerschaftliche Unternehmenskultur"
Preisträger: Volvo und Herman Miller Inc.
Die Firmenphilosophie von Volvo, dem größten schwedischen Unternehmen, besteht seit nahezu zwei Jahrzehnten in einer wegweisenden Verbindung von Produktivität, humanen Arbeitsbedingungen, einem partnerschaftlichen Führungsstil und einer innovativen Anpassung der Fertigung an den strukturell-technologischen Wandel. Die direkte Mitarbeiterbeteiligung bei Volvo umfasst die Arbeitsvorbereitung, das Arbeitsverfahren und die Arbeitskontrolle. Entscheidendes Kennzeichen der Unternehmensverfassung bei Herman Miller Inc., dem zweitgrößten Büromöbelhersteller in den USA, ist der Gedanke der Partizipation: Jeder Mitarbeiter wird im Rahmen seiner Kompetenz und Zuständigkeit in sämtliche Entscheidungsprozesse einbezogen, die seinen Arbeitsbereich betreffen. Ein zentraler Baustein der Unternehmenskultur ist die materielle Beteiligung: 98 Prozent der vollzeitbeschäftigten Mitarbeiter sind Aktionäre des Unternehmens.
weiterCarl Bertelsmann-Preis 1988: "Wegweisende Beiträge zur Entwicklung des Tarifsystems"
Preisträger: Die Tarifparteien in den Wirtschaftsbereichen Bau, Chemie und Metall
Mit der ersten Verleihung des Carl Bertelsmann-Preises im Jahre 1988 wurde die besondere Kreativität der Tarifparteien in den Wirtschaftsbereichen Bau, Chemie und Metall bei der Weiterentwicklung des Tarifsystems gewürdigt. Zugleich sollte der Beitrag unterstrichen werden, der von der gesamten Tarifpolitik im Rahmen der Tarifautonomie zur Evolution der Gesellschaft und Wirtschaft in den vergangenen Jahrzehnten geleistet wurde.
weiterZitat
"Wir wollen frühzeitig gesellschaftliche Problemfelder erkennen und weltweit nach den besten Lösungsansätzen suchen."
(Zitat aus dem Leitbild der Bertelsmann Stiftung)














