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Projekte

Fabrikhalle mit Computern und Werktischen

Gesunde Arbeitswelten im demographischen Wandel

Hintergrund

Empfehlungen der Expertenkommission zur betrieblichen Gesundheitspolitik

Grundlage des Projektes sind die Empfehlungen im Abschlussbericht der Expertenkommission "Die Zukunft einer zeitgemäßen betrieblichen Gesundheitspolitik" (siehe rechts Box Projekte). Unter der Leitung des ehemaligen Vorsitzenden der Industriegewerkschaft Chemie-Papier-Keramik, Dr. h.c. Hermann Rappe, und der wissenschaftlichen Leitung von Prof. Dr. Bernhard Badura setzte sich die Expertenkommission aus über 60 Vertretern aus Wissenschaft, Wirtschaft, Politik, den Sozialpartnern und Sozialversicherungen zusammen. Im Schlussbericht gab die Kommission Empfehlungen an die Stakeholder betrieblicher Gesundheitspolitik in Deutschland ab.
Ein besonderer Interventionsbedarf wurde für kleine und mittelständische Unternehmen (KMU) gesehen, bei denen eine systematische betriebliche Gesundheitspolitik bislang signifikant geringer verbreitet ist als in Großunternehmen. Insbesondere empfahl die Expertenkommission eine stärkere Regionalisierung in der Betreuung der KMU, die Einrichtung von Kompetenzzentren zur betrieblichen Gesundheitspolitik durch Länder, Innungen oder Kammern sowie eine stärkere Vernetzung der Gesundheitsakteure, um ein aufeinander abgestimmtes Angebot zu schaffen. Gefordert wurde eine Erprobung dieser Ansätze in ausgewählten Modellregionen.
Der aus der Expertenkommission hervorgegangene Initiativkreis "Betriebliche Gesundheitspolitik" (siehe rechts Box Projekte) unterstützt das Projekt als Beirat.

Zielgruppe KMU

Etwa zwei Drittel der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in Deutschland arbeitet in Kleinst-, Klein- oder Mittelbetrieben. Die Mehrheit der Arbeitnehmer in Deutschland kann deshalb nur erreicht werden, wenn Maßnahmen einer betrieblichen Gesundheitspolitik auch in kleineren Unternehmen durchgeführt werden.
Gleichzeitig ist die Anzahl der kleineren Betriebe sehr hoch. Alleine in der Größenklasse der Unternehmen mit einer Belegschaftsgröße zwischen 10 und 199 Mitarbeitern gibt es in Deutschland über 400.000 Betriebe. Um eine solche Quantität an Betrieben flächendeckend erreichen zu können, sind herkömmliche einzelbetriebliche Angebote nicht geeignet.
Dieses spiegelt sich in einer deutlich geringeren Verbreitung klassischer Instrumente betrieblicher Gesundheitspolitik, wie Krankenstandsanalyse, Mitarbeiterbefragung, Gesundheitszirkel oder Gesundheitskurse bei kleineren Betrieben im Vergleich zu Großbetrieben gemäß einer Befragung des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (Betriebspanel 2002) wider. Während 85 Prozent der Betriebe mit mehr als 500 Mitarbeitern mindestens eine der genannten Maßnahmen anwandten, waren dies in Betrieben mit weniger als 100 Mitarbeitern nur 43 Prozent, bei Betrieben mit weniger als 20 Mitarbeitern sogar nur 20 Prozent.

Demographischer Wandel

Laut Statistischem Bundesamt sind bereits im Jahr 2005 mehr über 50-Jährige in einem Beschäftigungsverhältnis als unter 30-Jährige. Durch den demographischen Wandel wird der Anteil der älteren Arbeitnehmer in den Unternehmen noch stärker zunehmen. Im Jahr 2020 werden nach einer Prognose des Instituts für Arbeitsmarkt und Berufsforschung (IAB) 13,2 Millionen über 50-Jährige 7,6 Millionen unter 30-jährigen Arbeitnehmern gegenüber stehen. Das sind ca. 4 Millionen ältere Arbeitnehmer mehr als heute. Dann wird jede dritte Arbeitskraft 50 Jahre und älter sein. Dieser Trend wird sich durch Änderungen in den politischen Rahmenbedingungen noch verstärken, etwa die stufenweise Anhebung des Renteneintrittsalters auf 67 Jahre.

Ältere Arbeitnehmer sind nicht geringer Leistungsfähig als junge Arbeitnehmer, solange die Gesundheit mitspielt. Das Erfahrungswissen, das erworbene Know-how, soziale Reife und eine hohe Zuverlässigkeit machen ältere Arbeitnehmer zu einer wichtigen Ressource. Um diese Ressource nutzen zu können, ist es wichtig, ein gesundes Altern für einen Großteil der Arbeitnehmer in allen Betriebsgrößen zu ermöglichen.

Daten zur demographischen Entwicklung von Landkreisen und vielen Kommunen sind ersichtlich aus dem Wegweiser demographischer Wandel der Bertelsmann Stiftung.


Ansprechpartner
Porträt von Detlef Hollmann Detlef Hollmann
Telefon:
+49 5241 81-81520
Publikation
Cover: Fit für den demographischen Wandel

Fit für den demographischen Wandel

Die Wettbewerbsfähigkeit deutscher Unternehmen ist aufgrund des demographischen Wandels von einer leistungsfähigen älteren Belegschaft abhängig. Vor allem kleinen und mittelständischen Betrieben muss mit Know-how und Beratung geholfen werden, damit sie die Gesundheit ihrer Belegschaft langfristig erhalten.

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