Sänger Rea Garvey besucht Gymnasium in Dresden
Rea Garvey, Sänger, Gitarrist und Frontmann der Rockband "Reamonn", kommt heute an das Vitzthum-Gymnasium in Dresden. Den knapp dreistündigen Besuch des gebürtigen Iren hatten die 24 Schüler der Klasse 10a beim Integrations-Wettbewerb "Alle Kids sind VIPs" der Bertelsmann Stiftung gewonnen. Mit einem selbst gedrehten Film zum Thema Integration gehören sie zu den neun Gewinnern dieses Wettbewerbs, an dem sich über 100 Einsender beteiligten.
Rea Garvey (Jg. 1973), der seit 1998 in Deutschland lebt, unterstützt den Wettbewerb aus eigener Erfahrung: "Vor zehn Jahren war ich selbst fremd hier – deshalb bin ich ein großer Fan von allem, was Integration fördert." Der erfolgreiche Sänger und Songwriter möchte allen sagen, dass Integration und Chancengleichheit für niemanden Fremdwörter bleiben dürfen. Besonders wichtig findet er die Integration bei der jungen Generation: "Die heutige Jugend ist der Grundbaustein für die Welt, in der wir morgen leben werden." Die Kinder sollten mehr über die verschiedenen Kulturen und Religionen erfahren, nur dann seien sie auch in der Lage, verschiedene Menschen zu respektieren und zu schätzen.
Ausgezeichnet wurden die Schüler des Vitzthums-Gymnasiums für ihren zehnminütigen Kurzfilm "Integration beginnt im Kopf". "Er soll anderen Jugendlichen helfen, mit dem Thema klarzukommen. Wir erläutern die Ursachen von missglückter Integration und zeigen in Rollenspielen Lösungen", fassen die Schüler ihren Film zusammen, der auf der Internetseite des Projektes "Alle Kids sind VIPs" (s. rechte Spalte) zu sehen ist. Beim Drehen des Videos hätten sie auch als Klasse viel dazugelernt: "Wir sind durch die Arbeit viel mehr zusammengewachsen."
Dass eine bessere Integration dringend nötig ist, zeigen internationale Studien: In kaum einem anderen Land hängt der Bildungserfolg so sehr von der Herkunft ab wie in Deutschland. Kinder und Jugendliche aus Zuwandererfamilien erzielen bei gleicher Intelligenz und Kompetenz niedrigere Schulabschlüsse als einheimische Schüler und ihre Aussichten auf eine qualifizierte Berufsausbildung sind nur halb so groß wie bei einheimischen Jugendlichen.
Die bundesweite Schulaktion "Alle Kids sind VIPs" wurde mit der Verleihung des Carl Bertelsmann-Preises 2008 zum Thema "Integration braucht faire Bildungschancen" gestartet. Kinder und Jugendliche waren aufgerufen, in eigenen Projekten die Integration an ihrer Schule zu verbessern. Unterstützt wird "Alle Kids sind VIPs" durch zahlreiche Stars mit Migrationshintergrund, die jetzt wie auch Rea Garvey zu den Siegerprojekten kommen und den Schülern Rede und Antwort stehen.
Garvey selbst machte in den vergangenen Jahren eine steile Karriere: Er begann in Deutschland als Roadie und T-Shirt-Verkäufer auf Festivals, bevor er mit vier Mitstreitern die Band "Reamonn" gründete. Der Song "Supergirl" wurde zum Hit des Jahres 2000. Es folgten vier komplette Alben und Kooperationen mit Künstlern wie Xavier Naidoo, In Extremo oder Nelly Furtado. Die aktuelle Single "Through the eyes of a child" stürmt die deutschen Single-Charts, das neue Album "Reamonn" ist am 7. November 2008 erschienen. Mittlerweile spricht Garvey fließend Deutsch. Zusammen mit seiner Ehefrau und der gemeinsamen Tochter lebt er bei Limburg an der Lahn.
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