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Gütersloh, 18.06.2007

Integrationsbeauftragte Maria Böhmer begrüßt Initiative der Bertelsmann Stiftung

"Wir brauchen die Brückenbauer der Integration"

Integrationsbeauftrage Maria Böhmer bei einer Tagung der Bertelsmann Stiftung in Berlin.
Integrationsbeauftrage Maria Böhmer besuchte eine Tagung der Bertelsmann Stiftung in Berlin.

"Die Migrantenverbände spielen eine ganz entscheidende Rolle, wenn es um die Frage der Integration geht, denn wir brauchen diejenigen, die Brücken bauen können zwischen der deutschen Gesellschaft und denjenigen, die zu uns gekommen sind", sagte die Integrationsbeauftrage Maria Böhmer bei einer Tagung der Bertelsmann Stiftung am 13. Juni 2007 in Berlin.

Auf der Tagung wurde über die Rolle von Zuwanderer-Organisationen bei der Integration diskutiert. Dietrich Thränhardt von der Universität Münster erinnerte dabei an das "Wunder von Kreuzberg": Durch das Engagement von türkischen und arabischen Organisationen seien die üblichen Maikrawalle in Kreuzberg zum ersten Mal seit 20 Jahren gestoppt worden. Romano Garcia, Gründer der spanischen Elternvereine, berichtete vom beeindruckenden Engagement der spanischen Zuwanderer für die schulische Integration ihrer Kinder; dabei wurden sogar ein Schulamt "besetzt" - mit Erfolg: Die Kinder mit spanischen Migrationshintergrund unterscheiden sich heute in ihren Bildungserfolgen nicht von deutschen Kindern.

Konsens bestand auf Tagung darüber, dass Migrantenvereinigungen ein Imageproblem haben: In der Öffentlichkeit werden sie oft als "Parallelgesellschaften" mit Skepsis betrachtet und auch in Teilen der Wissenschaft wird vor segregationsfördernden Tendenzen gewarnt. Kenan Kolat, Vorsitzender der Türkischen Gemeinde in Deutschland, sagte in einem Bericht des "Südwestrundfunks" zur Tagung: "Wir dürfen nicht im eigenen Saft schmoren, müssen uns mehr öffnen und die Themen, die diese Gesellschaft bewegen, noch stärker aufgreifen."

Ein Schwerpunkt der Diskussionen war die Frage, wie Migrantenorganisationen bei ihrer Integrationsarbeit unterstützt werden können, denn die dominierende Projektförderungspraxis sei nicht immer hilfreich. Elke Olbermann vom Bundesnetzwerk Bürgerschaftliches Engagement, Cemalettin Özer, Mozaik GmbH, und Jose Povedano vom Paritätischen Gesamtverband betonten die Wichtigkeit bedarfsgerechter Qualifizierung von Multiplikatoren. Die Bertelsmann Stiftung stellte in diesem Zusammenhang ihr Leadership-Programm für junge Führungskräfte aus Migrantenorganisationen ("Die Brückenbauer der Integration stärken!") vor, das im Herbst starten soll.

Außerdem diskutierten in Berlin: Burak Copur (Ratsmitglied; Netzwerk türkischstämmiger Mandatsträger, Essen), Dorothea Fohrbeck (Arbeitsstab der Integrationsbeauftragten der Bundesregierung, Berlin), Karin Haist (Körber-Stiftung, Hamburg), Uwe Hunger (Westfälische Wilhelms-Universität, Münster), Regina Jordan (Bundesamt für Migration und Flüchtlinge, Nürnberg), Andreas Keller (Landsmannschaft der Deutschen aus Russland e.V., Stuttgart), Tayfun Keltek (Landesarbeitsgemeinschaft der kommunalen Migrantenvertretungen Nordrhein-Westfalen, Düsseldorf), Maria Klimovskikh (JunOst e.V. - Verband der russischsprachigen Jugend in Deutschland, München), Phuong Kollath (Dien Hong e. V., Rostock), Kenan Kücük (Sprecher des Forums der MigrantInnen im Paritätischen Gesamtverband, Lünen), Claudia Martini (Arbeitsstab der Beauftragten der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration, Bundeskanzleramt, Berlin), Karl-Heinz Meier-Braun ("SWR International" und Integrationsbeauftragter des Südwestrundfunks, Stuttgart), Aydan Özoguz (Körber-Stiftung, Hamburg), Ernst Strohmaier (Deutsche Jugend aus Russland e.V., Stuttgart), Mehmet Tanriverdi (Bundesarbeitsgemeinschaft der Immigrantenverbände in der Bundesrepublik Deutschland e.V., Bonn), Mark Terkessidis (Autor, Köln), Soheila Valamehr (REGE Gemeinnützige Personalentwicklungsgesellschaft mbh, Bielefeld) sowie die Integrationsbeauftragte des Bundeslandes Brandenburg, Karin Weiss.


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Hörbeitrag

Aktueller Beitrag zur Tagung der Bertelsmann Stiftung; mit freundlicher Genehmigung von SWR International.

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