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Berlin/Gütersloh, 08.06.2007

Gemeinsam gegen Übergewicht

Berlin-Mitte: Kindertageseinrichtungen und Schulen setzen sich für die Gesundheit von Kindern ein

Prof. Dr. E. Jürgen Zöllner, Dr. Brigitte Mohn, Dr. Jens-Peter Heuer und Werner Felder (v. l.).
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Vertragsunterzeichnung in Berlin: Senator Prof. Jürgen Zöllner, Dr. Brigitte Mohn, Vorstandsmitglied Bertelsmann Stiftung, Dr. Jens-Peter Heuer, Bezirksstadtrat Jungend u. Finanzen, und Werner Felder, stellv. Vorstandsvorsitzender AOK Berlin (v. l.).

Kindertageseinrichtungen und Schulen im Bezirk Berlin-Mitte arbeiten künftig gemeinsam daran, die Gesundheit von Kindern und Jugendlichen frühzeitig zu fördern. In den Projekten "Kitas bewegen" und "Anschub.de" werden Kinder und pädagogische Fachkräfte unterstützt, einen gesunden Lebensstil in ihrem Alltag zu verankern. Die Kitas und Schulen reagieren damit auf die steigende Zahl von Kindern und Jugendlichen mit gesundheitlichen Problemen wie Übergewicht. Ausgewählte Schulen erproben in einem Modellprojekt spezielle Maßnahmen, um der Entstehung von Übergewicht vorzubeugen. Mit der Unterzeichnung eines Vertrages in der Kurt-Tucholsky-Grundschule haben die Projektpartner am 8. Juni 2007 die Zusammenarbeit der Bildungseinrichtungen sowie den Start des Modellprojektes besiegelt. Neben der Bertelsmann Stiftung, die die Projekte angestoßen hat, beteiligen sich die AOK Berlin, das Bezirksamt Mitte und die Senatsverwaltung für Bildung, Wissenschaft und Forschung.

"Wenn wir unseren Kindern gute Zukunftschancen eröffnen wollen, müssen wir ihre Bildung, aber auch ihre Gesundheit fördern", sagte Bildungssenator Prof. Dr. E. Jürgen Zöllner bei der Vertragsunterzeichnung. Kindertageseinrichtungen und Schulen hätten in besonderer Weise die Chance aber auch die Aufgabe, die Gesundheitspotenziale aller Kinder zu fördern und ein gesundes Umfeld zu schaffen, das ihre Entwicklung und Bildung begünstigt. "Zu der Gestaltung von gesunden Lebenswelten gehört aber auch, dass es gesundheitsfördernde Angebote für Erzieher und Lehrer gibt", betonte der Präsident der Kultusministerkonferenz 2007. "Ich freue mich, dass 'Anschub.de' in Berlin von Jahr zu Jahr wächst, und dass sich nun auch Kitas an diesem erfolgreichen Projekt beteiligen", so Zöllner.

"Fast zwei Millionen Kinder und Jugendliche in Deutschland leiden an Übergewicht oder krankhafter Fettleibigkeit", betonte der stellvertretende Vorstandsvorsitzende der AOK Berlin, Werner Felder. Das Übergewicht sei in den vergangenen Jahren zu einem gesamtgesellschaftlichen Problem geworden. "Die AOK Berlin will Kindern zu einem gesünderen Start ins Leben verhelfen. Deshalb unterstützen wir die von der Bertelsmann Stiftung ins Leben gerufenen Projekte "Kitas bewegen" und "Anschub.de" - denn Gesundheit und Bildung gehören zusammen", sagte Felder. Auch für ihn zählen Schulen und Kindertageseinrichtungen "zu den wichtigsten Orten der Prävention".

Dr. Brigitte Mohn, Vorstandsmitglied der Bertelsmann Stiftung, sagte, dass in Berlin-Mitte jetzt ein wirksamer und nachhaltiger Ansatz verfolgt werde, der konkrete Lösungen für die in jüngster Zeit viel diskutierten gesundheitlichen Probleme junger Menschen liefere. "Bildung und Gesundheit dürfen nicht getrennt von einander betrachtet werden", so ihre Forderung. Gesundheitsförderung müsse so früh wie möglich beginnen und im Alltag der Kindertageseinrichtungen und Schulen verankert sein; etwa durch gesunde Verpflegung oder durch Bewegung im Unterricht. "Einen solchen Ansatz verfolgen die Projekte 'Kitas bewegen' und 'Anschub.de'", erklärte Brigitte Mohn. Eine vor kurzer Zeit durchgeführte Befragung der an "Anschub.de" beteiligten Schulleitungen habe gezeigt, dass das Konzept greift und erste Erfolge in den Schulen spürbar sind.

Dr. Jens-Peter Heuer betonte die Bedeutung einer guten Zusammenarbeit: "Ich bin davon überzeugt, dass das Konzept der guten gesunden Kita und Schule erfolgreich sein wird, wenn alle beteiligten Akteure an einem Strang ziehen", so der Bezirksstadtrat für Jungend und Finanzen. Der Informations- und Erfahrungsaustausch auf breiter Ebene in lokalen Netzwerken eröffne insbesondere der Prävention neue Möglichkeiten. "Um gesundheitsfördernde Lebenswelten über die Grenzen von Institutionen hinweg aufzubauen und die Übergänge erfolgreich zu gestalten, wird der Austausch und die Kooperation der Kitas mit den beteiligten Grundschulen im Rahmen des Projektes besondere Bedeutung haben", erklärte Heuer.

13 Schulen in Berlin-Mitte engagieren sich seit 2004 im Projekt "Anschub.de" für die Gesundheit ihrer Schüler. Sie setzen etwa auf "bewegten Unterricht" oder "bewegte Pausen" und Maßnahmen gegen Lärm. Ein anderes Beispiel ist eine gesunde Ernährung in der Schulcafeteria, die gemeinsam mit den Eltern ausgesucht und zubereitet wird. Die Projektpartner unterstützen die Schulen durch Fort- und Weiterbildungen und Beratungen für Lehrer, durch Veranstaltungen für Eltern oder durch konkrete Informationsmaterialen zu Themen wie Ernährung in Schulen. Hinter allen Maßnahmen steht das Konzept der "guten gesunden Schule", das jetzt auf Kindertageseinrichtungen übertragen wurde. Künftig werden verschiedene Träger von Kindertageseinrichtungen mit 16 Kitas im Bezirk Mitte am Projekt "Kitas bewegen" teilnehmen und mit den an "Anschub.de" beteiligten Schulen zusammenarbeiten.

Vereinbart wurde außerdem, dass ausgewählte Schulen jetzt in einem Modellprojekt spezielle Maßnahmen zur Prävention von Übergewicht erproben, die von Wissenschaftlern und Praktikern gemeinsam entwickelt wurden. Dabei geht es unter anderem darum, dass Schüler und Eltern gemeinsam erleben, dass eine ausgewogene Ernährung Spaß macht und Genuss bringt. Zudem sollen die Schulen zusätzliche Bewegungsmöglichkeiten für die Schüler suchen und ausbauen.


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