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Carl Bertelsmann-Preis 2008 ''Integration braucht faire Bildungschancen''

Bildungsdirektion Kanton Zürich: Qualität in multikulturellen Schulen (QUIMS)

Integration durch Bildung

In den vergangenen Jahren ist der Anteil der Schüler mit Migrationshintergrund in der Schweiz  deutlich gestiegen und betrug im Jahr 2004 nahezu 24 Prozent. Im Kanton Zürich haben 21,4 Prozent der Schüler einen fremdsprachigen bzw. ausländischen Hintergrund. Ihre schulischen Leistungen bleiben weit hinter denen Einheimischer zurück. Dabei schneiden Kinder mit Migrationshintergrund aus der zweiten Generation signifikant besser ab als die der ersten Generation. Dennoch bleibt die Leistungslücke sowohl in den Naturwissenschaften, der Mathematik und beim Lesen bestehen.

Seit den PISA-Untersuchungen startete über die Hälfte der Schweizer Kantone Projekte zur Förderung bzw. Integration von fremdsprachigen Schülerinnen und Schülern. Die obligatorische Volksschule bis zur neunten Klasse hat mit dem neuen Volksschulgesetz des Kantons Zürich zum 1. Januar 2008 zahlreiche Änderungen erfahren. Neben dem Ausbau der Ganztagesbetreuung und der Einführung von Integrationsklassen für Kinder mit sonderpädagogischem Betreuungsbedarf ist das Programm "Qualität in multikulturellen Schulen (QUIMS)" inzwischen Bestandteil der bildungspolitischen Gesetzgebung.

Binnen zehn Jahren hat sich QUIMS damit von einem Schulversuch in ein gesetzlich verankertes Unterstützungsprogramm für multikulturelle Schulen im Kanton Zürich entwickelt. Künftig erhalten alle Volksschulen, die einen Anteil fremdsprachiger und ausländischer Kinder von mindestens 40 Prozent aufweisen, zusätzliche Mittel von der Bildungsdirektion, um den Schulerfolg, die Sprache und die Integration mit spezifischen Maßnahmen zu fördern.


Zentrale integrative Elemente des Programms QUIMS

Explizites Ziel von QUIMS ist es, die Bildungsungleichheit zu verringern und alle Schüler in die Schule zu integrieren. Mit der Umsetzung von QUIMS soll ein Entwicklungsprozess in Gang gesetzt werden, der nicht nur Kinder mit Migrationshintergrund, sondern im Sinne einer inklusiven schulischen Praxis individuelles Lernen insgesamt fördern soll und damit allen Kindern zugute kommt.
Seit der Weiterentwicklung des Programms im Zuge der Volksschulgesetzgebung sind für die Schulen drei Handlungsfelder für die QUIMS-Maßnahmen verpflichtend vorgeschrieben:

  • Sprachförderung: Förderung der Literalität aller Schüler durch beispielsweise Sprachstandserfassung, Vorbereitung guter Lesetexte auf unterschiedlichen Sprachniveaus, kreatives Arbeiten mit Sprache und Schrift. Weitere Förderung erfolgt durch integrierten Unterricht in "Heimatliche Sprache und Kultur" (HSK).
  • Förderung des Schulerfolgs: Integrative und differenzierende Lernförderung durch Ganzheitliches Beurteilen und Fördern, Kooperatives Lernen, Aufgabenhilfen, Gestaltung der Stufenübergänge durch Elterneinbezug und Mentoring etc. 
  • Förderung der Integration: Aufbau einer Kultur der Anerkennung und Gleichstellung durch Einführung von Regeln und Ritualen, Mitarbeit von interkulturellen Vermittlungspersonen, Etablierung eines Elternrats etc.

Jede QUIMS-Schule legt im Rahmen der drei definierten Handlungsfelder ihre Schwerpunkte eigenständig fest. Auch die daraus abgeleiteten Maßnahmen definiert jede Schule selbst, erprobt sie und integriert sie schließlich in ihr Schulprogramm.

Noch vor dem eigentlichen Start setzt die (Kreis-)Schulpflege als kommunale Schulaufsichtsbehörde auf Vorschlag der Schulkonferenz und der Schulleitung in jeder Schule eine/n QUIMS-Beauftragte/n ein. Dies ist entweder eine Lehrperson oder die Schulleitung selbst, die an einer speziellen Zertifizierung durch die Pädagogische Hochschule Zürich teilnehmen muss. Die Aufgabe des QUIMS-Beauftragten ist es, die QUIMS-Aktivitäten für das Kollegium vorzubereiten und zu koordinieren. Darüber hinaus wird ein Schulteam etabliert, das mithilft, QUIMS im Kollegium zu verankern. Ansonsten finden alle QUIMS-Maßnahmen grundsätzlich in den bestehenden Arbeitsstrukturen statt.

Schulen, die erstmalig am Programm teilnehmen, erhalten in den ersten zwei Jahren eine Einführung sowie regelmäßige Beratungen und Weiterbildungen. Allen QUIMS-Schulen wird das gesammelte Wissen aus den drei früheren Projektphasen zur Verfügung gestellt. Durch Netzwerktreffen wird der Wissenstransfer zwischen den Schulen ermöglicht. Das zuständige Volksschulamt des Kantons Zürich unterstützt zudem die Suche und Vermittlung von Partnern für die QUIMS-Maßnahmen wie z.B. den Einsatz von "Interkulturellen Vermittlern" des Kantons.

Weiterführende Informationen zur Bildungs-und Integrationspolitik in der Schweiz finden Sie im "Nominiertenportrait", das als Download in der rechten Spalte zur Verfügung steht.


Ansprechpartner
Porträt Ulrich Kober Ulrich Kober
Telefon:
+49 5241 81-81598
Porträt Petra Rutkowsky Petra Rutkowsky
Telefon:
+49 5241 81-81498
Filmportrait des Nominierten

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